Das erste Abenteuer! (7.4. – 9.4.2010)
Auf ging es von Mendoza zu dem Nationalpark Ischigualasto dem sogenannten Mondtal (Valle del luna). Wir fuhren schnurrgerade, kilometerlange Straßen durch die Pampa seca, den Name hat sie nicht zu unrecht. Weite Steppe und am Straßenrand lagen ab und zu verendete Pferde oder Kühe. Es war eine geplante Strecke von ca. 450 km, wir waren zu dumm um wirklich zu wissen was Pampa seca heißt – nämlich keine Tankstellen. Eingezeichnete Ortschaften auf der Landkarte waren oft nur Ansammlung von ein paar Häusern. Bei einer Tankstelle aßen wir noch zu Mittag, weil der Tank noch halb voll war, ignorierten wir sie – schwerer Fehler!
Nach 350 km ging Renate mitten in der Pampa der Sprit aus. Reservekanister hatten wir mit, aber er war leer, weil der Liter ja 80 Cent kostet. Naja da standen wir, rundherum Pampa,… Also, es gab 2 Möglichkeiten, Renate hier alleine zurück lassen und Peter fährt Sprit holen oder abschleppen. Renate entschied sich für schleppen, das hieß Seil raus, Honda anhängen und los ging es. So schleppten wir ca. 20 km bis zur nächsten Ortschaft. Aber es waren wieder nur kleine wenige Häuser, Peter fragte sich durch, jedoch es gab keinen Benzin. Man schickte uns 13 km weiter, dort verkaufe ein Mechaniker angeblich Sprit, nächste offizielle Tankstelle – 60 km! Wieder auf die Motorräder und 13 km weiter schleppen bis zu dieser Ortschaft. Wir sind vor der Polizeistation zu halten gekommen. Peter fragte den dortigen Polizisten, wo es Benzin gebe. Nach einigem Hin und Her des Polizisten, meinte er, es gäbe hier Einen, einfach die Straße hinunter. Peter fand dort einen lieben alten Matetrinkenden Opi (Matetee- Nationalgetränk), der ihm 5 Liter Sprit verkaufte. Er wollte Peter nicht mehr weg lassen, war an der KTM sehr interessiert.
So schafften wir es nun gegen 20.00 Uhr in die Stadt, wo endlich die Tankstelle war. Dort belohnten wir uns mit einem wunderschönen Hotelzimmer, gutem Asado (gegrilltem Fleisch) und einer Flasche Rotwein in einem netten Restaurant.
Nächsten Tag schafften wir den Nationalpark Ischigualasto, der uns sehr beeindruckte – siehe Fotos. Der Park erstreckt sich über ein Wüstental, dessen Canyons haben wechselnden Pegel des Rio Ischiagualasto unzählige Fossilien und Dinosaurierknochen aus der Trias freigelegt, die bis zu 180 Mio. Jahre alt sind. Das Wasser hat zu den eigentümlichen Formen in den einfärbigen Mergel, den roten Sandstein und die Vulkanasche gegraben. In der „Mondlandschaft“ wachsen Wüstenpflanzen und tummeln sich Guanacos, Kondore, Patagonische Hasen und Füchse.
Nach der Besichtigung beschlossen wir im Park bei den Rangern zu übernachten. Das Angebot lautete: Einen Zeltplatz mit Stromanschluss, WIFI (Internet) und umher streunenden Füchsen um einen Euro für die Nacht, das nahmen wir gerne an.
Am Morgen ging es weiter zum Nationalpark Talampaya:
Der Nationalpark schützt eine grandiose
Wüstenlandschaft im Tal des Rio Talampaya. In der Sprache der Quechua bedeutet Talampaya auch „trockener Fluss der Tala". Die Bezeichnung
ist wirklich mehr als passend, denn die Tage sind glutheiß und die Nächte bitterkalt.
Die Hauptattraktion im Park sind die ziegelsteinroten Felsen mit vielen unterschiedlichen Formen, die durch Erosion entstanden sind. Der 3 km lange Canyon mit seinen ca. 150 m hohen
Sandsteinwänden begeistert. Es gibt einige historische Fundstätten mit Felszeichnungen der Ureinwohner und Steintafeln mit Reibelöchern.
Dort übernachteten wir ebenfalls im Park und trafen ein Bregenzer Pärchen die mit einem alten Feuerwehrauto unterwegs waren.
Aduana (Zoll)
Abenteuer Numero 2: (10.4. – 11.4.2010)
Auf der legendären Routa 40, wo einst Che Guevara mit seinem Motorrad unterwegs war, fuhren wir Richtung Paso San Fransisco, wo wir die Anden Richtung Chile wieder überqueren wollten. Vom Tanken her haben wir gelernt, füllten beide Motorräder voll und natürlich auch den Reservekanister. VOLL GETANKT ab nach Chile!
Vom 1200 Meter Höhe schraubten wir uns auf der gut asphaltierten Straße durch unbeschreiblich, schöne Landschaft der Anden hoch auf 4726 Meter. Die Zoll und Grenzformalitäten auf argentinischer Seite auf 4000 Meter Höhe (wäre Peters neuer Traumjob 4 Autos und 2 Motorräder täglich abzufertigen – die Daten in ein Buch einzutragen) verliefen rasch. Von hier ging es zum 2. höchsten Punkt der Andenüberquerung auf 4726 Meter, hier war die eigentliche Grenze, die abrupt auf chilenischer Seite in eine Schotterpiste überging.
Vorbei an der Laguna Verde immer mehr dem Spritende und dem Sonnenuntergang (4000 Meter) entgegen. Tatsächlich 10 km vor der chilenischen Grenzstation die 88 km von der Argentinischen entfernt liegt, blieb die Honda wieder stehen. Gut wir hatten noch den Reservekanister, aber es war 18,30 Uhr, die Sonne ging unter, es wurde sehr kalt, so kamen wir zum chilenischen Zoll. Die Zollabfertigung war für südamerikanische Verhältnisse sehr schnell, es waren 3 Beamte am Werk. Nach dem unsere Gepäcksrollen durch das Röntgengerät liefen und die Seitenkoffer auf Obst und Gemüse genauestens untersucht wurden, fragten wir ob wir hier campen dürften. Mittlerweile war es stockdunkel und noch kälter draußen, darauf hin boten uns die Zöllner an, in dem Zollgebäude zu übernachten. Dies nahmen wir sehr gerne an, wir waren ja die Einzigen hier. Zur zweiten Frage an den Zöllner, wo die nächste Tankstelle sei, die erschreckende Antwort: in 179 km!
Wieder Sprit holen? Renate hier zurück lassen? Abschleppen war wegen dem Schotter unmöglich!
Der Tipp vom Zöllner im nahegelegenen Baucamp nach Benzin fragen, probierten wir gleich einmal aus. Nochmals auf die Bikes und ab ins Camp. Der Erste dort sagte gleich einmal nein, schickte Peter aber zum Bauchef (Jefe). Dieser sprang sofort nach der Erläuterung unseres Problems von seinem Schreibtisch auf und nahm 2 Companjeros, die uns zu einem Container führten und uns 20 Liter Benzin schenkten. Große Freude bei den Dreien über die KTM, wegen der Dakar Rally (die KTM bisher immer gewann). Sie wollten um nichts in der Welt Geld annehmen, fragten uns aber nach Zigarrilos, da wir Nichtraucher sind, gab Ihnen Peter Geld für die Zigarrilos. Wieder zurück zum Hotel „Aduana“ (Zoll) kuschelten wir uns bei plus 1 Grad in unsere Schlafsäcke. Die Höhenkrankheit machte sich auch bemerkbar, unruhiger Schlaf und Kopfschmerzen prägten die ganze Nacht.
Endlich Morgen, das Wasser ist gefroren, aber die Sonne wärmte uns langsam. Mit gefüllten Tank und leeren Magen fuhren wir 170 km hinab durch bizarre Berglandschaften bis zur ersten Stadt nach Copiapo. (Chile) Fotos
SÜDAMERIKA 2010