Ecuador

Abschied von Ecuador (27.07. – 29.07.2010)

 

Aus den stressfreien vier Tagen in Vilcabamba wurden sechs Tage, am geplanten Abreisetag bei traumhaftem Wetter wurde leider nichts. Beim morgendlichen Check der Emails bekamen wir die Nachricht von Renates Cousine Roswitha, dass es auf Renates Konto einige Bewegungen gab. Nach anschließender Kontrolle des Kontos – Schock – da hebt jemand mit Renates Kreditkarte ab, umgerechnet waren es         € 6000,-. Zum Glück war Dominik online und telefonierte gleich mit der Kreditkartenfirma und die Karte wurde gesperrt. Momentan war uns die Lust auf die Weitereise vergangen und wir bekamen noch in der fast ausgebuchten Hosteria ein Zimmer. Am Mittwoch hatten wir dann endlich die Nachricht, dass alle Kosten ersetzt werden und es stimmte uns wieder froh. Einziger negativer Ausblick war das Wetter, den der Blick auf den Himmel, versprach für die Weiterfahrt nichts Gutes. Dunkle Wolken standen am Horizont genau in der Richtung in die wir fahren mussten. Aber es blieb uns nichts anderes übrig, denn die Hosteria war bis zum letzten Zimmer ausgebucht. So packten wir und los ging es und wie erwartet, fing es nach den ersten 20 km an zu regnen. Der Asphalt wich einer Erdstraße, die durch den Regen zu einer rutschigen Schlammpiste wurde. Plötzlich standen wir vor einem Bach, der durch den anhaltenden Regen offensichtlich stark gestiegen ist (Ca. 5m breit und knietief). Es nutzte nichts, da mussten wir durch! Peter fuhr voran und sein Motorrad triftete durch den Fluss, rutschte bei einem Stein ab und rüttelte drüben wieder hoch. Renate beobachtete das von hinten und beschloss nicht selbst durch zu fahren. So musste Peter durch den Fluss zurück stapfen und fuhr mit der Honda durch. Renate stapfte hinterher und danach waren unser beider Stiefel voll mit Wasser. (Das Beste daran: unsere wasserdichten Socken, die wir uns extra für solche Situationen gekauft hatten, waren gut verstaut in den wasserdichten Packsäcken, damit sie auch trocken bleiben.) Leider haben wir davon keine Fotos, da es unmöglich war die Kamera bei den strömenden Regen heraus zu nehmen.

Durch den Nebel und den starken Regen ließ sich diese wunderbare Landschaft nur erahnen. Nach kurzer Zeit kam eine weitere kleinere Wasserdurchfahrt, die Renate dann selbst meisterte.

Nach 40 km Fahrt kam endlich das erste Dorf auf dieser Strecke. Wir beschlossen uns hier ein Hostal zu suchen und nicht weiter im Regen zu fahren. Es gab nur ein einziges Hostal in diesem kleinen Dorf namens Valladolid. Beim Anblick von außen und innen verging uns die Lust zu übernachten, aber noch weitere vier Stunden im Regen zu fahren, wollten wir noch weniger. Unser Zimmer war ein Bretterverschlag und es gab kein Badezimmer nur ein winziges WC vor der Garage. Aus Sicherheitsgründen der Hygiene packten wir unser Schlafsäcke aus und zippten uns bis oben zu, dabei hofften wir, dass uns kein Ungeziefer aus dem Zimmer trägt. Die Besitzerin hatte die Notlage erkannt und knöpfte uns noch 15 Dollar für dieses Loch ab.

Nächsten Morgen schien zwar keine Sonne, aber zumindest regnete es nicht mehr. Ruck zuck hatten wir gepackt, saßen auf unseren Motorrädern und auf ging es Richtung Grenze. Nach 6 Stunden erreichten wir endlich die peruanische Grenze. Die Ausreise erfolgte rasch, jedoch die Einreise in Peru war wieder ein Spektakel. Wir waren das 37. Fahrzeug für dieses Jahr, das die Zöllner in einen gewissen Stress brachte. Nach 2,5 Stunden und einem Annäherungsversuch der jungen Zollbeamtin an Peter konnten wir in Peru einreisen.

Peru empfing uns mit einer noch übleren Schotterpiste, die uns bis zur nächsten Stadt San Ingacio führte. Als Belohnung für die Entbehrungen letzter Nacht stiegen wir im Gran Hotel ab.

 

 

Ein kleines Resümee über Ecuador:

 

 

 Besonders gefiel uns:

  • Ecuador ist ein total grünes Land
  • sehr freundliche Menschen, die uns nach einem kurzen Gespräch, wohin, woher, was wir tun, uns in die Arme nahmen und küssten und uns viel Glück und gute Reise wünschten
  • die Galapagosinseln mit ihrer Flora und Fauna
  • die Buckelwale, wir haben sie vier Mal besucht
  • die Hosteria Mandala in Puerto Lopez
  • der Regenwald in Cuyabeno
  • die günstigen Spritpreise, eine Gallone (3,8 Liter) für $ 2,10 - € 1,60
  • es gibt auf den Asphaltstraßen eine gelbe Mittelleitlinie, wie einst in Österreich, das gefiel vor allem Peter sehr gut
  • Renate gefielen die vielen Eseln im Land (wirklich nur die Tiere)

 

Weniger gefiel uns:

  • Kreditkartenbetrüger

 

Hier diesmal zu den wenigen Fotos