Therme

Der lange Weg zurück – Argentinien! (13.2.2011 – 25.2.2011)

 

Argentinien hat uns wieder- ein Fluss trennt die beiden Länder Argentinien und Uruguay, der mit einer steilen Brücke überspannt ist. Bevor wir diese Brücke überqueren durften, nervten uns die Zollformularitäten noch ordentlich. Es ist Samstag und der Rückreiseverkehr nach Argentinien ist gewaltig. Als wir das schweißtreibend alles hinter uns gebracht hatten, führte der Weg schnurstracks in das nahegelegene Villa Elisa, wo es eine tolle Therme mit Campingplatz geben soll.

Abgekämpft standen wir vor dem Eingang der Therme und auf die Frage nach einem freien Campingplatz, gab es nur ein schnelles klares NEIN, alles voll. Super, OK Planänderung, wir nahmen uns ein Zimmer in der kleinen Stadt. Am nächsten Morgen brachen wir früh auf um zu einem nahegelegenen Nationalpark zu fahren. Beide Tanks waren leer, so machten wir uns zuerst auf Spritsuche. In dem kleinen Städtchen gab es vier Tankstellen, jedoch keine hatte ein Benzin. Auf die Frage, wann es wieder welches gibt, hieß es nur heute Vormittag. Wir stellten die Motorräder vor den Zapfsäulen ab, damit wir die ersten sind, wenn es wieder Sprit gibt. Uns blieb nichts anderes übrig, als in dem Tankstellenpub die Zeit tot zu schlagen. Beim Kaffee trinken erwischte uns noch ein lokaler Radioreporter, der nach einem kurzen Wohin und Woher, sofort eine Story witterte und uns gleich zu unserem zweiten Interview auf unserer Reise verhalf.

Um 11 Uhr kam endlich das erhoffte Benzin und wir konnten unsere Fahrt zum Nationalpark beginnen. Der Parque de Palmar wurde zum Schutz der Palmen errichtet, die bis zu 100 Jahren alt werden können.

Eine 20 km lange Schotterpiste bahnte sich den Weg durch die Palmenhaine direkt zum Grenzfluss, den Rio Uruguay. Wir verbrachten hier zwei wunderschöne Tage mit Wanderungen und Beobachtungen der Tierwelt im Park. In der Nacht hüpften zwischen den Zeltplätzen Vizcachas (Hasenmäuse) umher, tagsüber spazierten einige Leguane über den Platz und am Rio konnten wir ganz nahe mehrere  Capybaras beobachten. Hunderte Papageie flogen ständigst über unseren Köpfen mit lautem Geschrei vorbei. Nachdem das Toilettenwasser im Park ausging, versuchten wir nochmals in der Therme von Villa Elisa einen Platz zu bekommen.

Und siehe da, wir hatten Glück und bekamen ein schönes Plätzchen am Camping neben der Therme. Es machte uns großen Spaß in aller Früh alleine in dem 38° Wasser zu liegen, bevor die Tagesgäste kamen. Hier lernten wir auch unseren Campingnachbarn Fernando aus Buenos Aires kennen, der uns sehr viel über Argentinien erzählte und uns zeigte bzw. uns lernte wie man richtiges Asado zubereitet und grillt. Es war echt super, Peter musste Lehrling von Fernanado sein, alles genau beobachten und aufschreiben. Es hatte sich aber gelohnt, einfach eine Gaumenfreude diese Grillerei. Peter hatte viel gelernt und für uns war es eine Ehre Fernando kennengelernt zu haben.

Obwohl es uns schwer fiel, mussten wir nach einigen Tagen auch diesen schönen Platz verlassen. Wir fuhren auf der Ruta 14 Richtung Rosario, nach 30 km zerstörten sechs Polizisten unsere schönen positiven Eindrücke von Argentinien. Angeblich zu schnell gefahren oder 2 gelbe Sperrlinien überfahren? Sie waren sich nicht ganz einig, jedoch bei der Höhe der Strafe schon, sie wollten tatsächlich 800 Euro von uns. Wen wir jedoch gleich bezahlen nur mehr 600 Euro. Es dauerte fast eine Stunde bis wir mit 135 Euro weniger in der Brieftasche wieder weiter fahren durften.

Auf den nächsten 50 km wurden wir noch zweimal aufgehalten, wobei uns der letzte sogar ins Röhrchen blasen ließ (Alkoholkontrolle). Unglaublich aber wahr?!

Im Nachhinein fiel uns ein, warum uns hier jeder, selbst der Radioreporter gefragt hatte, ob wir keine Probleme mit der Polizei hätten. Wir wollten nur mehr so schnell wie möglich die Provinz Entre Rios verlassen.

Unser Weg führte weiter über San Luis nach Mendoza, wo wir in eine Gewitterfront kamen und innerhalb kürzester Zeit standen etliche Unterführungen in Mendoza meterhoch unter Wasser. Es war ein hartes Stück Arbeit durch diese Stadt zu kommen um unser Etappenziel Uspallata zu erreichen. Hier machten wir noch Pause um uns zu erholen von den vielen Kilometern, die wir herunter gespult hatten.  Hier lernten wir noch einen Wiener mit eigenem Jeep kennen, der schon sechs Jahre in Südamerika unterwegs war und nicht mehr nach Hause möchte. Peter verstand dies auf Anhieb. Am Campingplatz lernten wir ein nettes Pärchen aus dem Fürstentum Liechtenstein kennen, die mit ihrem Wohnmobil die ganze Welt bereist hatten.

So nahmen wir am 25. 2. endgültig Abschied von Argentinien, vorbei ging es am höchsten Berg von Südamerika den Aconcagua über den Bermejo-Pass nach Chile.

 

Ein Resümee über ca. drei Monate Argentinien:

 

Besonders gefiel uns:

  • sehr freundliche Leute
  • faszinierende Landschaften, die alle Stücke spielten
  • Tango
  • Buenos Aires
  •  Perrito Moreno
  • Dakar 2011
  • Wale auf der Halbinsel Valdez
  • Zusammentreffen am Ende der Welt
  • Asado und Rotwein
  • Wasserfälle von Iguazu

 

Weniger gefiel uns:

  • die korrupte Polizei auf der Ruta 14
  • viele Tankstellenohne Benzin

 

zu den Fotos...

 


und noch einmal nach Chile...

 

 

 

vom Iguazú

Von Salta bis Iguazú! (6.1.2011 – 14.1.2011)

 

Nach der letzten nebeligen, regnerischen Andenüberquerung beschlossen wir in Salta eine Routenänderung. Anstatt in den Süden von Argentinien und Chile zu reisen, drehen wir uns Richtung Osten um an die Küste von Brasilien zu kommen.

Da wir auch von zuhause mehrere kalte Temperaturansagen mit bekamen, und wir jetzt 8 Monate Großteils durch die Anden fuhren, wollten wir in die Wärme, Sonne, Strand und Meer.

Am Weg nach Brasilien konnten wir noch zwei große Highlights in Argentinien besuchen, die Jesuiten-Reduktion San Ignacio Miní und anschließend das beeindruckende Naturwunder die Wasserfälle von Iguazú.

Schon 100 km nach Salta bekamen wir zum ersten Mal die Wärme und die hohe Luftfeuchtigkeit zu spüren. Wir fuhren mit geöffneten Jacken, damit der Fahrtwind angenehm durchblies, denn die Temperaturen stiegen über 30 Grad.

Zur Schonung unserer Reisekassa campten wir nur mehr, dabei hatten wir immer nette Erlebnisse. Ein Campingplatz, der uns sehr gut gefiel, wo wir von vielen frei lebenden Tieren umgeben waren, wie Hühner, Gänsen, Enten, Schlangen, Wasserschildkröten. Eines Nachts besuchte uns eine Rinderherde, die von Hunden gejagt wurde. Es war ein unheimliches Gefühl, vom Zelt raus zu sehen, als die riesigen Rinder ganz knapp vorbei trampelten. Renate hatte Sorge, dass sie das Zelt nicht niederrannten und Peters Sorge galt den Motorrädern!  

An einem anderen Platz, der zwar als Campingplatz ausgeschildert war, jedoch schien es eher eine Partyzone für 3000 Jugendliche zu sein. Mitten in der Anlage ein großer Pool, wo sich die Hälfte der anwesenden Menschen drängten, schwimmen war nicht möglich. An der Eintrittskassa erklärte man uns, das es nicht wirklich ein offizieller Campingplatz sei, doch die Besitzer waren so begeistert, dass wir aus Österreich kamen und erlaubten uns hier zu bleiben, da der nächste Tag ein Ruhetag war. So hatten wir 2 Tage 4000 m² und ein Swimmingpool für uns alleine.

Danach besuchten wir die Jesuiten-Reduktion San Ignacio Miní, sie ist eine der bedeutendsten historischen Sehenswürdigkeiten von Argentinien. Man kann hier noch sehr gut die Struktur der Jesuitensiedlung erkennen. Die Guaraniindianer und die Jesuitenpater gründeten hier ihre neue Reduktion. 1715 stand sie in ihrer Hochblüte und es lebten 4000 Menschen auf einer Fläche von ca. 10 ha.

Nach dem 1767 die Jesuiten aus den spanischen Hoheitsgebieten ausgewiesen worden war, verfiel die Siedlung rasch und wurde erst 1941 mit der Freilegung und Restaurierung begonnen. Das schönste Gebäude war die Kirche, selbst die Ruine lässt noch die Größe erahnen.

Das nächste Ziel war Puerto Iguazú, wo Renate die große Chance hatte, die riesigen Wasserfälle auch zu sehen. Es war für sie ein berührendes und unglaubliches Erlebnis, wie die großen Wassermaßen hier bis zu 70 m in die Tiefe stürzten. Dabei wurden wir völlig nass, so hoch war die Gischt, jedoch bei einer Temperatur von 35 Grad, war es sogar angenehm. Genaueres berichteten wir schon bei einem früheren Eintrag!

Am Campingplatz von Puerto Iguazú lernten wir Bill kennen, der mit einem Wohnmobil unterwegs ist. Er ist Bayer und fiel uns sofort auf, weil er auf seinem Wohnmobilfenster in 5 Sprachen stehen hat: „Bin schon ausgeraubt“. Er war seit 10 Jahren unterwegs von Alaska nach Feuerland und schrieb über seine Erlebnisse ein Buch: Goldtaucher und Globetrotter - In 10 Jahren mit dem Wohnmobil von den Goldflüssen Alaskas zur Walforschungsstation auf Feuerland – von Willi Diet bzw. Bavarian Bill, Fouqué Literaturverlag. Für uns war es eine weitere tolle Begegnung und eine Bestätigung, dass man sein Leben auch so gestalten kann.

Der nächste Bericht kommt von Sonne, Strand und Meer, wo wir gerade „Urlaub“ machen.

Zu unseren Fotos von Ignacio und Iguazú…

 

 


Geysir el Tatio

Weihnachten, Silvester, San Pedro de Atacama bis Salta! (19.12.2010 - 5.1.2001)

 

 

Weihnachten in der warmen höchstgelegenen Badewanne zu verbringen, klappte nicht ganz so wie wir das geplant hatten. Wir fragten zuvor in San Pedro wie die Straße zu den Geysiren sei, weil unser Reiseführer die wildesten Geschichten darüber berichtete.

Dabei erzählte man uns auch hier Horrorgeschichten und riet uns sehr ab die Fahrt mit dem Motorrad zu machen. Einer sprach sogar von Toten usw…., das war genug und Renate traute sich die Straße nicht mehr fahren, sie fühlte sich zu unsicher mit dem erst verletzten Bein.

So buchten wir eine Tour mit dem Bus am 24.12. und waren so etwas von empört, weil es ging eine gut ausgebaute Schottertraße hoch zu den Geysiren, bloß die letzten 20 km waren etwas schlechtere Wellblechpiste. Anstatt nun alleine am Nachmittag in den warmen Quellen zu liegen, waren wir zeitig in der Früh hier und sahen mit einer Menge anderer Touristen das Schauspiel der Geysire el Tatio.

Zurück in San Pedro, setzen wir uns in ein Lokal und tranken ein Bier, dabei verflog Peters Ärger langsam über die falschen Informationen der Einheimischen über den Straßenzustand. Die Lust hier mit den vielen Leuten und den überhöhten Preisen Weihnachten zu feiern ist uns gründlich vergangen. Uns fiel es auch schwer bei Sonnenschein und 30 Grad zu einer wirklichen Weihnachtsstimmung zu kommen.

Wir besorgten uns am Markt noch Chorrizo, Käse, frisches Gemüse und natürlich guten Rotwein um am Campingplatz uns selbst ein gutes Weihnachtsessen zu zubereiten. In der Zwischenzeit traf ein nettes älteres Ehepaar aus Bayern mit einem Wohnmobil ein. Mit denen und unseren Zeltnachbarn Anja und Steffen verbrachten wir ein ruhiges, angenehmes Weihnachten.

Am 25.12. packte uns das Reisefieber wieder und wir fuhren weiter über den Paso de Jama nach Argentinien. Der Paso de Jama ist mit etwa 4200 m Höhe, einer der höchsten Andenpässe. Mehrfach überschreitet man hier den Wendekreis des Steinbocks, hier steht die Sonne am 21.12. absolut senkrecht am Himmel. Von San Pedro de Atacama geht es rasch auf 4825 m (wobei Renates Motorrad ordentlich an Leistung verlor), vorbei an den imposanten Vulkan Lincancabur mit fast 6000 m Höhe. Immer wieder fesseln uns die schimmernden Salars, sowie die grünen Lagunen mit einigen Flamingos und Vincunas, ebenso sahen wir die Moais de Tara – bis zu 30 m Hohe völlig freistehende, vom Wind verwitterte Felsfinger. Kurz bevor wir den Pass runterkamen, begann Nieselregen und viel Nebel, so dass wir die tolle Landschaft auf der argentinischen Seite leider nicht sehen konnten. Müde kamen wir abends in dem Dorf Purmamarca an, wo wir eines der schönsten Quartiere seit langen fanden und uns gemütlich ausruhten.

Am nächsten Morgen waren die Wolken verschwunden und das ganze Tal zeigte uns seine herrliche Farbenpracht. Überragt wird der Ort vom Cerro de los Siete Colores – „den Berg der sieben Farben“. Wenn die Sonne vormittags den Berg bestrahlt ist das Farbenspiel beeindruckend. Die nächsten Tage verbrachten wir in der Quebrada de Humahuaca, hier war es wunderschön durch die Landschaft zu fahren, viele farbige Bergformationen begleiteten uns. 

Der Weg nach Salta führte uns über eine Spielzeugstraße (so wie Peter sie nannte, weil sie nur einspurig war und eine Mittelleitlinie hatte), durch einen wunderschönen Bergregenwald.

Salta, von allen liebevoll la Linda (die Schöne) genannt, verbrachten wir Silvester. Um 20.00 Uhr feierten wir das erste Mal mit Österreich, mit einigen SMS und einen Telefonat mit Renates Mama, dies war sehr rührend.

Das zweite Mal feierten wir um Mitternacht am Plaza unter einem kleinen Pavillon, da es zu regnen begann, mit einem Sandler, der es sich hier gemütlich gemacht hatte und erst durch die Raketenschüsse wach wurde.

Wir warteten in Salta noch auf den 4. Jänner, da hier ein großer Traum von Peter in Erfüllung ging, einmal die DAKAR live mit zu erleben. Wir fuhren an dem Tag 25 km Schotterpiste raus aus Salta, wo die Strecke verlief und fanden unter hunderten Menschen, die die Rallye auch mit erleben wollten, einen hervorragend Platz. Wir wurden von freundlichen Argentiniern gleich angesprochen und zum Essen und Trinken eingeladen. Die Argentinier sind begeisterte Motorsportfans und so wurden in den nächsten Stunden, die vorbeikommenden Fahrer der Dakar dementsprechend bejubelt. Es machte riesigen Spaß unter diesen Fans zu sitzen und das Spektakel mit zu erleben. Da wir schon von der 25 km Schotterpiste völlig paniert mit Staub waren, machte es uns nicht mehr viel aus, die Staubwolken der vorbeifahrenden Autos abzubekommen.

Am Rückweg nach Salta kamen wir noch an die Durchzugsstraße, wo die Lastwägen der DAKAR ihre Umfahrungsroute hatten. Die Straßen waren gesäumt von hunderten Zuschauern, die, als wir durchfuhren, uns heftig bejubelten, winkten und fotografierten. Im dem Augenblick hatten wir das Gefühl, selbst Teilnehmer der Rallye Dakar zu sein.

Wir hielten an und stellten uns zu der jubelnden Menge am Straßenrand um auch die LKWs live zu sehen. Hier  wurden wir wieder zur Attraktion und mussten mit mehreren Leuten und Kindern aufs Foto (wer fotografiert schon 2 verstaubte, verdreckte Motorradfahrer - motorsportbegeisterte, argentinische Fans). Für uns war es natürlich eine Ehre und Freude auf diversen Bildern verewigt zu sein.

VIVA  ARGENTINA!

 

hier zu den Bildern....

 


Von Buenos Aires nach Arica zu den Motorrädern! (7.12.2010 – 18.12.2010)

 

Wir mussten Abschied nehmen von der Halbinsel Valdés und ihrer fantastischen Tierwelt. Das bedeutete 1400 km ewig langer Geraden durch viele Rinderherden zurück nach Buenos Aires fahren.

In Bahia Blanca machten wir einen Zwischenstopp nachdem wir zuvor drei Stunden durch einen Sandsturm, den wir noch nicht erlebt hatten, fuhren. Stellenweise hatten wir nur 20 m Sicht, das für uns unheimlich war.

Beim Frühstück in Bahia Blanca bekam Peter plötzlich einen riesen Schreck, weil er beim Durchsehen der Papiere für den Leihwagen drauf kam, dass dieser schon seit drei Tagen in Buenos Aires sein sollte. Nach einem Telefonat mit der Leihwagenfirma und einigem Hin und Her in Spanisch und Englisch, mussten wir am selben Tag das Auto in Buenos Aires zurück geben. Das hieß wiederum 700 km durchfahren, so kamen wir abends um 18.00 Uhr völlig gestresst bei der Leihwagenfirma an.

Ende gut – Alles gut! Jedoch zahlten wir 200,- Euro auf, weil wir mit dem Auto drei Tage vermisst wurden.

Glücklicherweise konnten wir dann in unserem vorgebuchten Gran Hotel Orly einen Tag früher einchecken. An der Rezeption fiel uns ein netter, älterer Herr auf, der wie sich später herausstellte, der Chef des Hotels ist, und vom Burgenland stammte, genauer gesagt aus Kittsee. Er wanderte 1938 aus und baute sich hier mit dem Hotel eine neue Existenz auf. Nach einem freundlichen Gespräch erfuhren wir, dass er schon 99 Jahre alt ist und nächsten Mai noch einmal nach Österreich kommen wird um Abschied zu nehmen. Spontan verabredeten wir uns auf einen Heurigenbesuch!

„Buenos Aires es horrible de fea“ – „Buenos Aires ist atemberaubend hässlich“, schrieb Jorge Luis Borges, und der Architekt José María Pena antwortete darauf: „Lo que pasa es que Borges era ciego“ – „Fakt ist, dass Borges blind war“.

Für uns einer der faszinierenden Städte Lateinamerikas!

Buenos Aires ist auch die Stadt des Tangos und eigentlich wollte Peter hier einen Tangokurs besuchen (Hahaha), jedoch schaffte dies Renate mit ihrem Bein noch nicht, was ihn „unheimlich traurig“ machte,…

Die Stadt ist berühmt für das gute Angebot an Grill- und Steakhäusern und natürlich auch für den Tango, wir besuchten 2 professionelle Shows. „La Boca“, das alte Hafenviertel mit seinen bunten Häusern und im Stadtviertel „San Telmo“, kann man den Tango auf der Straße hautnah miterleben. Unzählige TänzerInnen leben und präsentieren hier den Tango. Wir verbrachten viele Stunden in diesen Vierteln und waren fasziniert von diesem ausdrucksvollen und leidenschaftlichen Tanz.

Die fünf Tage vergingen viel zu schnell, was gut war für Peter, denn wenn wir noch längere Zeit hier geblieben wären, hätte er von dem vielen guten Steakessen nicht mehr aufs Motorrad gepasst.

So flogen wir am Montag den 13.12. von Buenos Aires über Santiago de Chile nach Arica, wo unsere Motorräder schon auf uns warteten.

Für Peter war es das lang ersehnte Wiedersehen mit seiner KTM, Renate trat mit einem gemischten Gefühl ihrem Motorrad gegenüber. Es half nichts, sie musste auf das Motorrad, da die Aufenthaltsgenehmigung für die Honda eine Woche später abgelaufen wäre. So machten wir einen kleinen Ausflug von 100 km in das Nachbarland Peru. Bei der Einreise zurück nach Chile bekamen wir das erste Mal auf unserer Reise die gefürchteten lateinamerikanischen Streiks zu spüren. Die chilenischen Zollbeamten, von denen wir es am wenigsten erwartet hätten, streikten, das bedeutete 4 lange Stunden warten auf der Grenze. Dabei lernten wir einen netten Kolumbianer kennen, der mit seinen 2 Söhnen durch Südamerika unterwegs war. Beim langen Warten brachte er uns sein Land näher. Er bestand darauf bei der nächsten Reise unbedingt nach Kolumbien zu kommen und  lud uns zu sich nach Hause ein und damit steht unser nächstes Reiseziel fest.

Endlich um 20.00 Uhr passierten wir gemeinsam die Grenze und wir boten den Kolumbianern an mit zu kommen zu unserem Hostal.

Wie könnte es nicht anders sein, hatten wir gerade dann noch unsere erste Reifenpanne. Der Hinterreifen von Renates Motorrad war platt und mit Luis (Kolumbianer) wechselte Peter in 15 Minuten den Schlauch. Schmutzig und verschwitzt kamen wir bei Dunkelheit in unserem Hostal an, wir verbrachten noch einen netten gemeinsamen Abend.

Da wir nicht ohne Ersatzschlauch unsere Reise fortsetzen wollten, besorgten wir nächsten Tag noch einen Neuen in der Stadt. Damit verzögerte sich unsere Abreise wieder um einen Tag, was aber Renates Bein offensichtlich gut tat. Wie ein kleines Wunder am nächsten Morgen zum Neustart unserer Reise, verspürte Renate keine Schmerzen mehr in ihrem operierten Bein.

An dieser Stelle möchten wir uns ganz besonders bei Ross und Beatriz bedanken, die das Hostal Sunny Day führen, das wir solange einen kostenlosen sicheren Stellplatz für unsere Motorräder bekommen haben.

Obwohl bei sonnigen und warmen Wetter nicht wirklich Weihnachtsstimmung bei uns aufkommt, ist doch ein großer Weihnachtswunsch in Erfüllung gegangen:

Wir sind wieder unterwegs!

 

Im Moment sind wir in San Pedro de Atacama (Chile) und voraussichtlich verbringen wir unsere Weihnachten zu zweit in der höchstgelegenen warmen Badewanne der Erde, den Geysiren Tatio auf 4300 Metern Höhe.

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Während wir hier unseren momentanen Beitrag schreiben, singt uns im Hintergrund ein Chor „Stille Nacht, heilige Nacht“ auf Spanisch!

In diesem Sinne wünschen wir Euch Allen:


Frohe Weihnachten!

 

Zu den Fotos von BA…

 

 


Perito Moreno

Vom Ende der Welt zu den Walen auf Valdés! (26.11.2010 – 06.12.2010)

 

Wir versuchten noch einmal über Puerto Natales (Chile) den Nationalpark Torres del Paine zu besuchen um die berühmten Türme zu sehen. Leider, wie schon vor zwei Wochen als Peter mit Günter hier war, ließ uns auch diesmal der Wettergott in Stich. Zum ersten Mal auf dieser Reise bekamen wir die berüchtigten patagonischen Stürme richtig zu spüren. Nach zwei Tagen Warten auf besseres Wetter entschieden wir uns Chile zu verlassen und nach Argentinien zurück zu kehren.

El Calafate, ein Ort, welcher wunderschön am Lago Argentino liegt, ist der Ausgangspunkt für unser nächstes Highlight den Glaciar Perito Moreno (Gletscher). Das Wetter hat sich noch nicht wirklich gebessert, jedoch da wir etwas in Zeitnot sind, fuhren wir bei stürmischen Winden trotzdem in den Nationalpark. Schon am Eingang des Parks bekamen wir die ersten Schneeflocken zu sehen. Wir zogen alle unsere warmen Sachen an und haben uns nach Österreich zurück versetzt gefühlt, wo offensichtlich gerade auch der Winter eingekehrt war.

Der Perito Morenogletscher ist der größte zusammenhängende Gletscher der Welt. Im Gegensatz zu den anderen Gletschern dieser Erde, welche schmelzen, wächst dieser Gletscher. Das beeindruckende Schauspiel des sogenannten „Kalben“ des Gletschers, das man hier die herunter brechenden Eisbrocken unter lauten Tosen und Krachen, beobachten kann. Auf einer Breite von 5 km und bis zu 60 Meter hohen Eisformationen findet dieses einzigartige Naturschauspiel statt. Wir waren von dem imposanten Szenario so begeistert, dass wir trotz eisigen Temperaturen sechs Stunden ausharrten. Als bei Renate die Zähne zu klappern begannen, beschlossen wir dann doch wieder zurück ins Hotel zu fahren.

Am nächsten Morgen hielten die starken Winde an und wir fuhren weiter über Rio Gallegos, die sich auch die Stadt der Winde nennt, durch ewig lange Geraden auf der Ruta 3 nach Puerto Madryn. Bei diesen langen Geraden, trafen wir immer wieder auf verschiedene Tiere, wie Vacunas, Schafherden, Rinderherden, Strauße usw. so wie auf tolle Landschaften mit wahnsinnigen Himmels- und Wolkenformationen.

In Puerto Madryn besserte sich das Wetter schlagartig, die Winde waren vorbei, die Sonne schien und es hatte angenehme 30 Grad Celsius.

Die Hafenstadt war nur ein Zwischenstopp, weil wir auf die Halbinsel Valdés weiter reisten, die 1999 von der UNESCO auf die Welterbeliste gesetzt wurde. Mit 400 000 ha Naturschutzgebiet und 176.000 ha Meer ist es einer der größten Naturreservate, einzigartig auf dieser Welt. In Puerto Pirámides, das einzige Dorf auf der Halbinsel quartierten wir uns für vier Tage ein.

In der Bucht vom Golfo Nuevo finden sich jedes Jahr zwischen Juli und Dezember mehr als 1000 Südkaper oder auch Südliche Glattwale genannt, ein um hier ihre Jungen zu bekommen. Mitte Dezember sind die Jungen so weit erwachsen, dass sie mit ihren Müttern den Golfo Nuevo wieder verlassen.. Der ausgewachsene Wal kann bis zu 17 m lang werden und wiegt bis zu 80 t, wobei das Weibchen größer wird als das Männchen. Diese Wale haben im Kopfbereich helle Hautwucherungen, die bei jedem Wal individuell verschieden sind und auch zur Identifizierung dienen.

Peter machte schon vor Wochen mit Günter und Gerhard die Bootstour zu den Walen, Renate fuhr diesmal raus. Es war ein aufregendes Schauspiel, wie die Muttertiere ruhig auf der Wasseroberfläche lagen und die Jungen rund herum schwammen und spielten, auftauchten, sprangen und sogar mit der Schwanzflossen die Mütter bespritzten, die dieses Verhalten mit einer stoischen Ruhe zur Kenntnis nahmen.

Schon beim Planen unserer Reise war es für Renate nach dem sie erfahren hatte, dass es auf Valdés die Möglichkeit gibt Killerwale in freier Natur zu beobachten, ein großer Wunsch hier welche besichtigen zu können.

Wir erkundigten uns bei den Parkranchern, wann die beste Zeit und wo der beste Ort sei Orcas zu Gesicht zu bekommen.

Mit der Information der Gezeiten hatten wir für die nächsten vier Tage einen fixen Plan. Gleich am Tag der Ankunft um 19.01 Uhr, wo die Flut den Höchststand hatte und 100 km Schotterpiste weit weg bei der Bucht Caleta Valdes fanden wir uns 1,5 Stunden vorher schon ein. Geduldig warteten wir gemeinsam mit drei Deutschen, die denselben Plan hatten, hier Killerwale zu treffen.

Unglaublich, aber fast pünktlich um 19.10 Uhr sahen wir in der Ferne Fontänen auf steigen. Kurz darauf schwammen zwei Orcas ganz nahe am Strand an uns vorbei. Es war für uns alle sehr aufregend, Peter lief noch ein Stück eines Weges den Walen hinterher und sah, dass diese in eine Bucht schwammen. Also sprangen wir alle in die Autos und fuhren zu einen fünf km entfernten Punkt, wo sich ein Aussichtsplatz mit einer Magellanpinguinkolonie befand. Hier sahen wir die beiden Killerwale nochmals, die offenbar auf Beutezug (Pinguine) waren.

Mittlerweile war es schon 21.00 Uhr, die Dunkelheit brach herein und wir mussten den mühsamen Schotterweg, der Peter einige graue Haare gekostet hat, in der Finsternis zu unserem Quartier zurück fahren.

Fix und fertig, aber überglücklich von diesem Erlebnis fielen wir um 23.00 Uhr ins Bett.

Wir informierten uns weiter über die Gezeiten und wollten die Wale nochmals sehen, obwohl das auch hieß, zeitig aufzustehen und ohne Frühstück zu den Orten über die Schotterpiste zu rattern. Leider ohne Erfolg! Jeder Rancher, den wir fragten, wo und wann wir die Wale sehen können, gab uns zur Antwort, großes Glück haben zu müssen um diese zu treffen.

Das Glück war wieder einmal auf unserer Seite, wir sahen sie gleich am ersten Tag!

 

Zu den aufregenden Fotos...

 

 

 

 

Flughafen von Ushuaia

Wiedersehen am Ende der Welt – Fin del Mundo! (23.10. – 25.11.2010)

 

Endlich wieder glücklich vereint am Ende der Welt (Fin del Mundo) in Ushuaia am Flughafen nach langen 12 Wochen Trennung! Das Wiedersehen war kaum zu fassen, Riesengroß die Freude auf beiden Seiten, Renate brauchte einige Tage bis sie begriff, dass sie wieder in Südamerika ist.

Aber nun zu den letzten Wochen:

Nach dem Peter die Motorräder in Arica gut geparkt hat, flog er über Santiago de Chile nach Buenos Aires. Dort fand er seine Freunde Günter und Gerhard um 10.00 Uhr Vormittag beim Bier trinken am Flughafen. Zu Dritt verbringen sie die nächsten Wochen gemeinsam in Argentinien, wo sie mit einem Leihauto das Land durchqueren.

Nach 3 Tagen Besichtigung von Buenos Aires flogen die Drei nach Puerto Iguazú. Dort befinden sich die größten Wasserfälle der Erde 2,7 km breit und 70 bis 80 m stürzen sie hinab. Sie besuchten die argentinische und nach einem Tag die brasilianische Seite dieses Naturwunders. Die Wasserfälle liegen an den 3 Ländergrenzen Brasilien, Paraguay und Argentinien. Der 1300 km lange Fluss, welcher gespeist von unzähligen Nebenflüssen, plötzlich in mehreren hundert einzelnen Fällen bis zu 70 m tief hinabstürzt.

Danach ging es wieder zurück nach Buenos Aires, wo sie den Leihwagen, einen Fiat übernahmen. Bis nach Ushuaia sind es ca. 3000 km, jedoch sie besuchten mehrere Orte im Süden von Argentinien und so  wurden es 7000 km bis Ushuaia.

Unter den Punkten war zum Beispiel die Halbinsel Valdez, Bariloche in den Anden, der Perito Moreno, die Peter jedoch mit Renate am Rückweg nach Buenos Aires noch mal besuchen werden und wir dann genauer über diese Orte berichten werden, genauso über Buenos Aires und den Tangotänzern,….

In El Calafate (Perito Moreno) verabschieden sich Günter und Peter von Gerhard, den sein Urlaub war hier zu Ende.

Die Beiden fuhren in den chilenischen Teil von Patagonien weiter über Puerto Natales, wo sie eigentlich den Nationalpark Torres del Paine besuchen wollten, jedoch das Wetter sich nicht wirklich von der guten Seite zeigte. Daraufhin entschlossen sie sich weiter nach Punto Arenas zu fahren, welche angeblich die  südlichste Kontinentalstadt der Welt und die schönste Stadt in Patagonien sein soll.  Jedoch Günter und Peter hat sie nicht so besonders gefallen. Sie besuchten noch die Isla Magdalena, wo schätzungsweise 200 000 Magellanpinguine leben. Diese sind etwa 70 cm groß und haben einen schwarz weißen Kopf so wie einen schwarzen Streifen am oberen Rand ihrer Brust.

Nächsten Tag fuhren die beiden weiter und mit einer Fähre übersetzten sie vom Festland auf die Insel Tierra del Fuego – Feuerland. Von dort waren es noch ca. 500 km bis nach Ushuaia, die Stadt am Ende der Welt.

 

Nach einem Marathonflug von Wien über Madrid, Buenos Aires nach Ushuaia war Renate 24 Stunden mit Wartezeiten an den Zwischenflughäfen unterwegs. Nachdem man ihr in Wien die geplante Unterstützung durch die Wanderstöcke nicht erlaubte, wurde sie in Madrid und Buenos Aires mittels Rollstuhl und dem nötigen Personal dazu versorgt. Dies funktionierte ausgezeichnet, wurde in Madrid gleich beim Flieger abgeholt und nach 9 Stunden wieder zum neuen Flugzeug gebracht bis an die Tür, ebenso in Buenos Aires!

Was leider von der Fluggesellschaft IBERIA gar nicht funktionierte, war die Reservierung des Notausstiegplatzes für den 12 Stundenflug, den sich Renate für € 50,- Aufzahlung in Wien reservieren ließ, damit sie genug Platz für ihr verletztes Bein hatte. Jedoch als sie im Flugzeug von Madrid nach Buenos Aires Platz nahm, kam nach kurzer Zeit eine Dame die ebenfalls den gleichen Sitz gebucht hatte. Wir machten den Steward darauf aufmerksam und dieser verschwand mit unseren Bordkarten. Nach kurzer Zeit kam er wieder und wollte, dass Renate einen Sitz weiter hinten Platz nehmen soll und die andere Dame erhielt den fußfreien Platz. So einfach ließ sich Renate doch nicht abspeisen und blieb sicher sitzen und weigerte sich den Platz zu verlassen. Nach einigen Hin und Her kam der Chefsteward und erklärte ihr ebenfalls, sie solle auf dem Platz dahinter. Renate jedoch blieb sitzen und versuchte dem Steward klar zu machen, dass sie für diesen Sitz extra bezahlt hatte und einen Unfall hatte usw. Jedoch dem Steward interessierte dies nicht, er schnitt ihr das Wort ab und sagte streng und mit einer Schärfe in der Stimme: sie hätte die Wahl, entweder den Sitz dahinter oder sie kann den Flieger verlassen, dabei ging er auf die Seite und deutete mit der Hand Richtung Ausgang. Da blieb Renate der Mund offen und die Luft weg, automatisch ging sie auf den hinteren Sitz, den sie wollte nicht aussteigen sondern unbedingt zu Peter! (das Ganze hat noch ein kleines Nachspiel mit IBERIA)

So kam sie dann auch am 19.11. um 19.30 in Ushuaia an und freute sich riesig bei Peter zu sein.

 

Hier feierten Peter, Günter und Renate das Wiedersehen und verbrachten gemeinsam einige Tage in der Stadt.

Ushuaia, die südlichste Stadt der Erde, mit ca. 60 000 Einwohnern, liegt am Beagle - Kanal 

Mit einem Katamaran machten sie einen Tagesausflug auf dem Beagle –Kanal zu den umliegenden Inseln, wo auch endlich Renate die kleinen Magellanpinguine kennen lernte. Ebenso besuchten sie die Estanzia Haberton, wo sich die ersten Europäer niederließen.

Auch einen Besuch des Nationalparks Tierra del Fuego stand am Programm, wo sich die südlichste Eisenbahn der Erde befindet. (für unsere Eisenbahnfreunde http://www.trendelfindelmundo.com.ar/ )

Das Wetter wechselte hier besonders schnell und so bekamen wir alles zu spüren: Schnee, Wind, Regen und Sonnenschein.

Am Donnerstag den 25.11. verabschiedeten wir Günter und für uns begann der gemeinsame, lange Weg zurück nach Buenos Aires.

 

Endlich wieder Fotos von uns gemeinsam…

 

 


Das erste Abenteuer! (7.4. – 9.4.2010)

Auf ging es von Mendoza zu dem Nationalpark  Ischigualasto dem sogenannten Mondtal (Valle del luna). Wir fuhren schnurrgerade, kilometerlange Straßen durch die Pampa seca, den Name hat sie nicht zu unrecht. Weite Steppe und am Straßenrand lagen ab und zu verendete Pferde oder Kühe. Es war eine geplante Strecke von ca. 450 km, wir waren zu dumm um wirklich zu wissen was Pampa seca heißt – nämlich keine Tankstellen. Eingezeichnete Ortschaften auf der Landkarte waren oft nur Ansammlung von ein paar Häusern. Bei einer Tankstelle aßen wir noch zu Mittag, weil der Tank noch halb voll war, ignorierten wir sie – schwerer Fehler!

Nach 350 km ging Renate mitten in der Pampa der Sprit aus. Reservekanister hatten wir mit, aber er war leer, weil der Liter ja 80 Cent kostet. Naja da standen wir, rundherum Pampa,… Also, es gab 2 Möglichkeiten, Renate hier alleine zurück lassen und Peter fährt Sprit holen oder abschleppen. Renate entschied sich für schleppen, das hieß Seil raus, Honda anhängen und los ging es. So schleppten wir ca. 20 km bis zur nächsten Ortschaft. Aber es waren wieder nur kleine wenige Häuser, Peter fragte sich durch, jedoch es gab keinen Benzin. Man schickte uns 13 km weiter, dort verkaufe ein Mechaniker angeblich Sprit, nächste offizielle Tankstelle – 60 km! Wieder auf die Motorräder und 13 km weiter schleppen bis zu dieser Ortschaft. Wir sind vor der Polizeistation zu halten gekommen. Peter fragte den dortigen Polizisten, wo es Benzin gebe. Nach einigem Hin und Her des Polizisten, meinte er, es gäbe hier Einen, einfach die Straße hinunter. Peter fand dort einen lieben alten Matetrinkenden Opi (Matetee- Nationalgetränk), der ihm 5 Liter Sprit verkaufte. Er wollte Peter nicht mehr weg lassen, war an der KTM sehr interessiert.  

So schafften wir es nun gegen 20.00 Uhr in die  Stadt, wo endlich die Tankstelle war. Dort belohnten wir uns mit einem wunderschönen Hotelzimmer, gutem Asado (gegrilltem Fleisch) und einer Flasche Rotwein in einem netten Restaurant.

 

Nächsten Tag schafften wir den Nationalpark Ischigualasto, der uns sehr beeindruckte – siehe Fotos. Der Park erstreckt sich über ein Wüstental, dessen Canyons haben wechselnden Pegel des Rio Ischiagualasto unzählige Fossilien und Dinosaurierknochen aus der Trias freigelegt, die bis zu 180 Mio. Jahre alt sind. Das Wasser hat zu den eigentümlichen Formen in den einfärbigen Mergel, den roten Sandstein und die Vulkanasche gegraben. In der „Mondlandschaft“ wachsen Wüstenpflanzen und tummeln sich Guanacos, Kondore, Patagonische Hasen und Füchse.

Nach der Besichtigung beschlossen wir im Park bei den Rangern zu übernachten. Das Angebot lautete: Einen Zeltplatz mit Stromanschluss, WIFI (Internet) und umher streunenden Füchsen um einen Euro für die Nacht, das nahmen wir gerne an.

Am Morgen ging es weiter zum Nationalpark Talampaya:

Der Nationalpark schützt eine grandiose Wüstenlandschaft im Tal des Rio Talampaya. In der Sprache der Quechua bedeutet Talampaya auch „trockener Fluss der Tala". Die Bezeichnung ist wirklich mehr als passend, denn die Tage sind glutheiß und die Nächte bitterkalt.
Die Hauptattraktion im Park sind die ziegelsteinroten Felsen mit vielen unterschiedlichen Formen, die durch Erosion entstanden sind. Der 3 km lange Canyon mit seinen ca. 150 m hohen Sandsteinwänden begeistert. Es gibt einige historische Fundstätten mit Felszeichnungen der Ureinwohner und Steintafeln mit Reibelöchern.

Dort übernachteten wir ebenfalls im Park und trafen ein Bregenzer Pärchen die mit einem alten Feuerwehrauto unterwegs waren.

 

 

Aduana (Zoll)

Abenteuer Numero 2: (10.4. – 11.4.2010)

Auf der legendären Routa 40,  wo einst Che Guevara mit seinem Motorrad unterwegs war, fuhren wir Richtung Paso San Fransisco, wo wir die Anden Richtung Chile wieder überqueren wollten. Vom Tanken her haben wir gelernt, füllten beide Motorräder voll und natürlich auch den Reservekanister. VOLL GETANKT ab nach Chile!

Vom 1200 Meter Höhe schraubten wir uns auf der gut asphaltierten Straße  durch unbeschreiblich, schöne Landschaft der Anden hoch auf 4726 Meter. Die Zoll und Grenzformalitäten auf argentinischer Seite auf 4000 Meter Höhe (wäre Peters neuer Traumjob 4 Autos und 2 Motorräder täglich abzufertigen – die Daten in ein Buch einzutragen) verliefen rasch. Von hier ging es zum 2. höchsten Punkt der Andenüberquerung auf 4726 Meter, hier war die eigentliche Grenze, die abrupt auf chilenischer Seite in eine Schotterpiste überging.

 Vorbei an der Laguna Verde immer mehr dem Spritende und dem Sonnenuntergang (4000 Meter) entgegen. Tatsächlich 10 km vor der chilenischen Grenzstation die 88 km von der Argentinischen entfernt liegt, blieb die Honda wieder stehen. Gut wir hatten noch den Reservekanister, aber es war 18,30 Uhr, die Sonne ging unter, es wurde sehr kalt, so kamen wir zum chilenischen Zoll.  Die Zollabfertigung war für südamerikanische Verhältnisse sehr schnell, es waren 3 Beamte am Werk. Nach dem unsere Gepäcksrollen durch das Röntgengerät  liefen und die Seitenkoffer auf Obst und Gemüse genauestens untersucht wurden, fragten wir ob wir hier campen dürften. Mittlerweile war es stockdunkel und noch kälter draußen, darauf hin boten uns die Zöllner an, in dem Zollgebäude zu übernachten. Dies nahmen wir sehr gerne an, wir waren ja die Einzigen hier. Zur zweiten Frage an den Zöllner, wo die nächste Tankstelle sei, die erschreckende Antwort: in 179 km!

Wieder Sprit holen? Renate hier zurück lassen?  Abschleppen war wegen dem Schotter unmöglich!

Der Tipp vom Zöllner im nahegelegenen Baucamp nach Benzin fragen, probierten wir gleich einmal aus. Nochmals auf die Bikes und ab ins Camp. Der Erste dort sagte gleich einmal nein, schickte Peter aber zum Bauchef (Jefe). Dieser sprang sofort nach der Erläuterung unseres Problems von seinem Schreibtisch auf und nahm 2 Companjeros,  die uns zu einem Container führten und uns 20 Liter Benzin schenkten. Große Freude bei den Dreien über die KTM, wegen der Dakar Rally (die KTM bisher immer gewann). Sie wollten um nichts in der Welt Geld annehmen, fragten uns aber nach Zigarrilos, da wir Nichtraucher sind, gab Ihnen Peter Geld für die Zigarrilos.  Wieder zurück zum Hotel „Aduana“ (Zoll) kuschelten wir uns bei plus 1 Grad in unsere Schlafsäcke. Die Höhenkrankheit machte sich auch bemerkbar, unruhiger Schlaf und Kopfschmerzen prägten die ganze Nacht.

Endlich Morgen, das Wasser ist gefroren, aber die Sonne wärmte uns langsam. Mit gefüllten Tank und leeren Magen fuhren wir 170 km hinab durch bizarre Berglandschaften bis zur ersten Stadt nach Copiapo. (Chile)  Fotos

Weiter gehts in Chile!

 

 

Puente del Inca, Mendoza (6.4.2010)

 

Nach dem Aconcagua ging es weiter zum nächsten Highlight der Puente del Inca in 2720 m Höhe auf eines der großartigsten Naturwunder Argentiniens. Die Brücke ist kein Bauwerk, sondern entstand durch natürliche Ablagerungen, die eine heiße, schwefelhaltige Quelle verursacht.

Bergab und durch heftigen Wind fuhren wir  weiter nach Mendoza, wo wir auf das nächste Problem stießen – alle Bankomaten der Stadt waren leer – es ist Semana Santa (Ostern), was in ganz Südamerika besonders gefeiert wird. Doch auch am Campingplatz, wo wir uns einquartierten, kannten sie das Problem und gewährten uns  Kredit.

Mendoza ist die Hauptstadt der größten Weinregion Argetniniens, hier werden 70 % aller argentinischen Weine hergestellt. Die Hauptrebe heißt Malbec, die uns auch gleich sehr gut schmeckte. Wir besuchten die Stadt mit dem Bus, weil wir in den Bodegas (Weingüter) Wein verkosten wollten. Leider war uns das Bussystem nicht ganz bekannt, und daraufhin wurde es eine 2 stündige Odyssee bis wir endlich wieder bei unserem Zelt waren. Leider haben wir das Weinfest versäumt, zum Ärger von Peter, da er die Tour so geplant hatte.

 

Mendoza Foto