Von der Grenze bis Lima (30.07. – 28.08.2010)

 

Unser nächstes Ziel war Chachapoya, wo wir die Ruinen von Kuelap besichtigen wollen. Uns trennten noch 300 km, davon waren 100 km Schotterpiste. Danach erwartete uns eine wunderschöne asphaltierte Straße, vorbei an Reisfeldern und danach windete sich die Straße durch eine lange Schlucht nach Chachapoya.

Kurz vor dem Ort, nach einer Kurve ertönten schrillende Pfiffe, die von aufgeregten Polizisten stammten. Wir trauten unseren Augen nicht, mindestens 20 Polizisten und Polizistinnen auf ca. 30 m² versammelt und sie winkten uns natürlich rechts ran. Nach kurzen Erklärungen, woher wir kommen, wohin wir wollen, waren wir eine kleine Attraktion für sie. Vor allem Renate war Lust der Begierde, weil sich die kleinen Polizistinnen nicht vorstellen konnten auf so einem großen Motorrad zu fahren. Sie begannen Renate´s Größe zu schätzen, dabei fingen sie bei 1.90 cm an. Mussten sie leider enttäuschen, Renate ist nur 1,70 cm. Nach dem lustigen Hin und Her durften wir nach 20 Minuten endlich in Chachapoya ein Quartier suchen.

Den Abend ließen wir in einem guten Steakhouse ausklingen, dies war ein Tipp von unserem Hosteriabesitzer.

Da man hier in der Umgebung von Chachapoyas unter anderem auch in Kuelap Mumien fand, die dank österreichischer Beteiligung in der Nähe in einem kleinen Museum untergebracht sind. Von den Einheimischen wurde uns berichtet, dass eine Ministerin Elisabeth hier war und das Museum eröffnete. Wir mussten selber googlen um heraus zu finden, welche Ministerin diese Strapazen auf sich genommen hat, den man kommt nur nach mehrstündiger Autofahrt auf schlechter Piste zu diesem Museum. Unter dem Link: http://sciencev1.orf.at/science/news/62327

fanden wir tatsächlich die Eröffnungsworte von der damalige Ministerin Elisabeth Gehrer.

Nächsten Tag besuchten wir die Ruinen von Kuelap, die aus der Präinkazeit stammen und nur mehr vom Machu Picchu übertroffen werden.

Ebenso besichtigten wir tags darauf den dritthöchsten Wasserfall der Erde – Gocta, mit einer Fallhöhe von 771 m.

Nach einem Tag Ruhepause und trotz schlechten Wetters fuhren wir weiter nach Süden. Wir zogen unsere Regengewänder an und fuhren Richtung Cajamarca. Dort angekommen suchten wir einige Zeit bis wir ein Hotel mit Garage fanden, wie sich leider nach der ersten Nacht herausstellte, war dies ein Stundenhotel und es gab wenig Ruhe in den Nächten. Wir besichtigten die Stadt und fuhren nach 2 Tagen weiter, weil es uns hier nicht besonders gefiel.

Ursprünglich wollten wir von hier nach Tingo Maria, jedoch riet man uns sehr davon ab, weil die Straße ein „Desaster“ laut Peruanern ist (und die beschreiben die meisten Straßen als schöne Pisten, wo in Österreich aber niemand mehr fahren würde) und weiters gibt es auf den Wegstück immer wieder Überfälle. So beschlossen wir nochmals an die Küste zu fahren und nach Lima wieder in die Berge rauf Richtung Cusco.

Wir verbrachten noch 2 wunderschöne Tage am Strand in Huanchaco, bevor wir uns wieder zurück quälten auf der langweiligen Panamerikaner Norte. Sechs Stunden kämpften wir gegen böigen Seitenwind der vom Meer hereinblies und es uns nicht möglich machte, mehr als 70 bis 80 km/h zu fahren. Die Zeit lief uns davon, es wurde schon finster und unser geplantes Tagesziel konnten wir nicht erreichen. Zum ganzen Überdruss und ziemlich erledigt, hüpften auch diesmal zwei uniformierte Kapperlträger aus der trockenen Wüste mitten auf die Straße. Sie verlangten unsere Papiere und erklärten uns dass wir Sperrlinien überfahren hatten. Wir sollen hier warten, es kommen die 2 Polizisten, die uns dabei angeblich gesehen haben. Nach 2 Minuten tauchte wirklich im Rückspiegel ein Polizeiauto auf und die Polizisten erklärten uns, dass wir Sperrlinien überfahren hatten. Peter merkte nach kurzer Zeit, das da wieder was faul lief und nach langen Hin und Her und angesichts der einbrechenden Dunkelheit platzte Peter der Kragen und er teilte den Polizisten mit: Wir fahren nach Lima um unsere österreichische Freundin zu besuchen, die mit einem peruanischen General der Luftwaffe verheiratet ist und wenn er möchte, sich gerne mit dem in Verbindung setzten kann. Plötzlich wurde der Polizist sehr freundlich, gab uns die Papiere, wünschte uns gute Reise und wir konnten in die nächste Stadt fahren um uns ein Quartier zu suchen. Da es jetzt mittlerweile dunkel war, orientierten wir uns nur mehr nach Leuchtreklameschildern in der Stadt. Wir fanden ein nobles Hotel mit bewachten Parkplatz und Wächter, der Friedl Konzilier und Pezzey kannte.

Am nächsten Morgen ging die Reise weiter auf der Panamerikaner Richtung Lima.

Wir kannten ja die Strecke, da wir unser GRPS hatten, mit dem wir schon einmal durch die Stadt gefahren sind. Mit einer kleinen Umleitung, die uns einigen Schweiß gekostet hat, schafften wir es dann doch nach 2 Stunden auf der Panamerikaner Sur zu landen.

Bei Kilometer 20 kam eine Mautstelle und uns winkte wie immer bei den Mautstellen, jemand rechts vorbei, weil Motorradfahrer in Südamerika keine Maut zahlen.

Diesmal war es eine Polizistin, die uns den Weg wies. Peter fuhr durch die geöffnete Schrankenanlage und Renate hinterher. Plötzlich kam vor Renate jedoch der Schranken runter, sie bremste, spürte einen Schmerz im rechten Bein und fiel mit dem Motorrad um. Es waren gleich eine Menge Menschen bei Renate und wollten ihr auf helfen. Leider konntesie auf das Bein nicht aufsteigen, so wurde eine Ambulancia bestellt. Peter stellte inzwischen die Motorräder sicher unter und fuhr mit Renate und der Ambulancia in ein „besseres Spital“ wie der Sanitäter behauptete, nach dem er uns fragte ob wir eine Versicherung haben. Im Krankenhaus stellte eine sehr kompetente Ärztin zu unserem Schock fest, dass sich Renate den Schienbeinkopf gebrochen hatte. Sie erklärte uns auf Spanisch was das bedeutete und meinte wir sollen nach Hause fliegen und dies operieren lassen. Dabei bekam Renate einen geschlossenen Liegegips und Schmerztabletten und so entließ man uns aus dem Krankenhaus.

Für uns brach eine Welt zusammen, der Traum war vorbei,…?!

Wir suchten mit Hilfe eines Taxifahrers für die Nacht ein Hotel und versuchten unsere Gedanken und Gefühle irgendwie auf die Reihe zu bekommen.

Nächsten Tag siedelten wir in ein anderes Hotel und Peter holte unsere Motorräder von der Mautstelle der Panamerikaner.

Wir begannen nun zu organisieren und telefonieren,… und im Laufe der Woche hatten wir viele Kontakte geknüpft.

Hier an dieser Stelle wollen wir uns ganz besonders bei unseren Freunden und Freundinnen bedanken, die uns geholfen haben und uns Hilfe angeboten haben, es tut gut zu wissen, solche Freunde zu haben!!

Franz und Silvia vielen Dank für den perfekten Abstellplatz für unsere Motorräder.

Herbert und Fritz für die Idee und perfekte Organisation des Kniespezialisten der die Operation durchführte.

Vielen Dank auch an die perfekte Organisation des Rücktransportes durch den ÖAMTC und Dr. Peter B.

Ebenso ein herzliches Dankeschön bei den netten PeruanerInnen, die uns die Woche unterstützt haben.

 

Peter und Renate sind nun in Österreich, Operation von Renate ist gut verlaufen, leider darf sie nun 12 Wochen das Bein nicht belasten und muss mit Krücken gehen. Peter wird wahrscheinlich in 2 Wochen wieder zurück fliegen nach Peru.

Wie es wirklich weiter geht, wissen wir noch nicht genau. Versprechen aber sobald wir nähere Informationen haben, werden wir es hier bekannt geben.

Hier unsere letzten Fotos von Peru!