Puerto Lopez – Vilcabamba (12.07. – 26.07.2010)
Angekommen in Guayaquil erlebten wir gerade das 1:0 der Spanier in der WM am Förderbandschalter des Flughafens. Wir beeilten uns zum Busbahnhof damit wir noch rechtzeitig nach Puerto Lopez kamen. Um 21 Uhr trudelten wir nach einigen Stunden Busfahrt in der Hosteria Mandala ein. Die Begrüßung von Maja und Aurelio war so herzlich, als würden wir nach Hause kommen. Aber auch das Wiedersehen unserer treuen Gefährten den Motorrädern ließ vor allem Peters Herz höher schlagen. Die nächsten 3 Tage verbrachten wir noch um Kleinigkeiten herzurichten für die weitere Reise und mit zwei weiteren Waltouren. Die erhofften Sprünge der männlichen Buckelwale, die vor allem im Juli und August sehr aktiv sind, sahen wir leider nicht.
Am Donnerstag hieß es dann endgültig Abschied nehmen von der Hosteria Mandala und ihren Mitarbeitern. Besonders schwer fiel es uns dabei von den zwei außergewöhnlichen Menschen Maja und Aurelio sich zu verabschieden.
Unsere Fahrt ging der Küste entlang über Guayaquil nach Cuenca, wo wir für unsere Motorräder das Service machen lassen wollen. Auf der Suche nach einem Hostal in Cuenca fuhr plötzlich neben Renate ein Auto und der Fahrer fragte sie auf Deutsch: „ Wo geht die Reise hin?“ Es stellte sich heraus, dass es ein Deutscher war, der schon 20 Jahre in Cuenca lebt und dessen Frau die Direktorin des Gefängnisses in Cuenca ist. Über die Sicherheit in Cuenca bescheid wissend, halfen sie uns ein Hostal zu suchen. Das Dritte hatte dann einen Platz für uns und nachdem Fr. Comisaria vorsprach, bekamen wir ein schönes Zimmer und wahrscheinlich den sichersten Parkplatz (hinter 2 Stahlgittern) den es in Cuenca gab.
Das Wochenende verbrachten wir mit der Besichtigung der Stadt, es gibt 52 Kirchen für jeden Sonntag eine, so sagen die Leute hier. Sehr religiös, eigentlich dürfte die Gefängnisdirektorin keine Arbeit haben.
Am Montag holten wir die Motorräder aus dem Verlies und fuhren zuerst zum einzigen KTM – Händler in Ecuador. Peter wollte einen Ölwechsel machen und die Ventile einstellen lassen. Der Ölwechsel war schnell gemacht aber beim Ventil einstellen, hatte der Mechaniker eigene Vorstellungen. Es war Montag und offensichtlich wollte er nicht, er hielt einen Schraubenzieher an den Ventildeckel und horchte am Knauf. Seine Meinung war: Ventile passen, offensichtlich hat Peter bei seiner Lehrzeit als Mechaniker diesen Teil verschlafen, das war für ihn auch neu.
Nachdem wir das erledigt hatten, fuhren wir zum Honda – Händler, es war gerade Mittagszeit und dieser hatte Pause, so überbrückten wir die Zeit und ließen unsere Motorräder waschen. Pünktlich um 14 Uhr waren wir dann beim Honda-Händler, weil auch die Honda einen Ölwechsel benötigte. Die Werkstätte machte gleich einen professionelleren Eindruck. Sofort wurde die Honda auf eine Motorradhebebühne gebracht und der Mechaniker ging Profi mäßig ans Werk. (Unterschied siehe Fotos) Nach kurzer Zeit stand plötzlich das ganze Management von Honda Ecuador vor uns. Sie waren ganz begeistert, dass eine Frau auf einer Honda Transalp ein Jahr durch Südamerika reist. Sie luden uns noch zu einer kleinen Werksbesichtigung ein und präsentierten uns stolz das neue Nachfolgemodell Honda Transalp 700. Dann wurden noch Fotos mit Renate, der Honda und dem Management für die lokale Presse gemacht. Außerdem gab es noch kleine Geschenke wie Schlüsselanhänger und Kaffeetassen mit Hondalogo. Peter war nach diesem Empfang bei Honda total enttäuscht von KTM!
Dienstag verließen wir Cuenca, wir hatten genug von Großstädten und fuhren über wunderschöne, grüne Berge nach Loja. Davor legten wir noch einen kleinen Zwischenstopp in Saraguro ein. Hier sahen wir die Saraguroindigena in ihren ursprünglichen.
Vilcabamba, ein Tipp von Maja und Aurelio, eine kleine Ortschaft vor der peruanischen Grenze, wo die Leute angeblich sehr alt werden, da sie hier keinen Stress haben. Wir verbrachten noch ein paar Tage in einer schönen Hosteria, die einen unglaublichen Ausblick auf die Berge hat. So ließen wir uns auch von dem ruhigen Treiben hier anstecken und genossen noch vier stressfreie Tage.
SÜDAMERIKA 2010