Ecuador
Abschied von Ecuador (27.07. – 29.07.2010)
Aus den stressfreien vier Tagen in Vilcabamba wurden sechs Tage, am geplanten Abreisetag bei traumhaftem Wetter wurde leider nichts. Beim morgendlichen Check der Emails bekamen wir die Nachricht von Renates Cousine Roswitha, dass es auf Renates Konto einige Bewegungen gab. Nach anschließender Kontrolle des Kontos – Schock – da hebt jemand mit Renates Kreditkarte ab, umgerechnet waren es € 6000,-. Zum Glück war Dominik online und telefonierte gleich mit der Kreditkartenfirma und die Karte wurde gesperrt. Momentan war uns die Lust auf die Weitereise vergangen und wir bekamen noch in der fast ausgebuchten Hosteria ein Zimmer. Am Mittwoch hatten wir dann endlich die Nachricht, dass alle Kosten ersetzt werden und es stimmte uns wieder froh. Einziger negativer Ausblick war das Wetter, den der Blick auf den Himmel, versprach für die Weiterfahrt nichts Gutes. Dunkle Wolken standen am Horizont genau in der Richtung in die wir fahren mussten. Aber es blieb uns nichts anderes übrig, denn die Hosteria war bis zum letzten Zimmer ausgebucht. So packten wir und los ging es und wie erwartet, fing es nach den ersten 20 km an zu regnen. Der Asphalt wich einer Erdstraße, die durch den Regen zu einer rutschigen Schlammpiste wurde. Plötzlich standen wir vor einem Bach, der durch den anhaltenden Regen offensichtlich stark gestiegen ist (Ca. 5m breit und knietief). Es nutzte nichts, da mussten wir durch! Peter fuhr voran und sein Motorrad triftete durch den Fluss, rutschte bei einem Stein ab und rüttelte drüben wieder hoch. Renate beobachtete das von hinten und beschloss nicht selbst durch zu fahren. So musste Peter durch den Fluss zurück stapfen und fuhr mit der Honda durch. Renate stapfte hinterher und danach waren unser beider Stiefel voll mit Wasser. (Das Beste daran: unsere wasserdichten Socken, die wir uns extra für solche Situationen gekauft hatten, waren gut verstaut in den wasserdichten Packsäcken, damit sie auch trocken bleiben.) Leider haben wir davon keine Fotos, da es unmöglich war die Kamera bei den strömenden Regen heraus zu nehmen.
Durch den Nebel und den starken Regen ließ sich diese wunderbare Landschaft nur erahnen. Nach kurzer Zeit kam eine weitere kleinere Wasserdurchfahrt, die Renate dann selbst meisterte.
Nach 40 km Fahrt kam endlich das erste Dorf auf dieser Strecke. Wir beschlossen uns hier ein Hostal zu suchen und nicht weiter im Regen zu fahren. Es gab nur ein einziges Hostal in diesem kleinen Dorf namens Valladolid. Beim Anblick von außen und innen verging uns die Lust zu übernachten, aber noch weitere vier Stunden im Regen zu fahren, wollten wir noch weniger. Unser Zimmer war ein Bretterverschlag und es gab kein Badezimmer nur ein winziges WC vor der Garage. Aus Sicherheitsgründen der Hygiene packten wir unser Schlafsäcke aus und zippten uns bis oben zu, dabei hofften wir, dass uns kein Ungeziefer aus dem Zimmer trägt. Die Besitzerin hatte die Notlage erkannt und knöpfte uns noch 15 Dollar für dieses Loch ab.
Nächsten Morgen schien zwar keine Sonne, aber zumindest regnete es nicht mehr. Ruck zuck hatten wir gepackt, saßen auf unseren Motorrädern und auf ging es Richtung Grenze. Nach 6 Stunden erreichten wir endlich die peruanische Grenze. Die Ausreise erfolgte rasch, jedoch die Einreise in Peru war wieder ein Spektakel. Wir waren das 37. Fahrzeug für dieses Jahr, das die Zöllner in einen gewissen Stress brachte. Nach 2,5 Stunden und einem Annäherungsversuch der jungen Zollbeamtin an Peter konnten wir in Peru einreisen.
Peru empfing uns mit einer noch übleren Schotterpiste, die uns bis zur nächsten Stadt San Ingacio führte. Als Belohnung für die Entbehrungen letzter Nacht stiegen wir im Gran Hotel ab.
Ein kleines Resümee über Ecuador:
Besonders gefiel uns:
- Ecuador ist ein total grünes Land
- sehr freundliche Menschen, die uns nach einem kurzen Gespräch, wohin, woher, was wir tun, uns in die Arme nahmen und küssten und uns viel Glück und gute Reise wünschten
- die Galapagosinseln mit ihrer Flora und Fauna
- die Buckelwale, wir haben sie vier Mal besucht
- die Hosteria Mandala in Puerto Lopez
- der Regenwald in Cuyabeno
- die günstigen Spritpreise, eine Gallone (3,8 Liter) für $ 2,10 - € 1,60
- es gibt auf den Asphaltstraßen eine gelbe Mittelleitlinie, wie einst in Österreich, das gefiel vor allem Peter sehr gut
- Renate gefielen die vielen Eseln im Land (wirklich nur die Tiere)
Weniger gefiel uns:
- Kreditkartenbetrüger
Hier diesmal zu den wenigen Fotos
Puerto Lopez – Vilcabamba (12.07. – 26.07.2010)
Angekommen in Guayaquil erlebten wir gerade das 1:0 der Spanier in der WM am Förderbandschalter des Flughafens. Wir beeilten uns zum Busbahnhof damit wir noch rechtzeitig nach Puerto Lopez kamen. Um 21 Uhr trudelten wir nach einigen Stunden Busfahrt in der Hosteria Mandala ein. Die Begrüßung von Maja und Aurelio war so herzlich, als würden wir nach Hause kommen. Aber auch das Wiedersehen unserer treuen Gefährten den Motorrädern ließ vor allem Peters Herz höher schlagen. Die nächsten 3 Tage verbrachten wir noch um Kleinigkeiten herzurichten für die weitere Reise und mit zwei weiteren Waltouren. Die erhofften Sprünge der männlichen Buckelwale, die vor allem im Juli und August sehr aktiv sind, sahen wir leider nicht.
Am Donnerstag hieß es dann endgültig Abschied nehmen von der Hosteria Mandala und ihren Mitarbeitern. Besonders schwer fiel es uns dabei von den zwei außergewöhnlichen Menschen Maja und Aurelio sich zu verabschieden.
Unsere Fahrt ging der Küste entlang über Guayaquil nach Cuenca, wo wir für unsere Motorräder das Service machen lassen wollen. Auf der Suche nach einem Hostal in Cuenca fuhr plötzlich neben Renate ein Auto und der Fahrer fragte sie auf Deutsch: „ Wo geht die Reise hin?“ Es stellte sich heraus, dass es ein Deutscher war, der schon 20 Jahre in Cuenca lebt und dessen Frau die Direktorin des Gefängnisses in Cuenca ist. Über die Sicherheit in Cuenca bescheid wissend, halfen sie uns ein Hostal zu suchen. Das Dritte hatte dann einen Platz für uns und nachdem Fr. Comisaria vorsprach, bekamen wir ein schönes Zimmer und wahrscheinlich den sichersten Parkplatz (hinter 2 Stahlgittern) den es in Cuenca gab.
Das Wochenende verbrachten wir mit der Besichtigung der Stadt, es gibt 52 Kirchen für jeden Sonntag eine, so sagen die Leute hier. Sehr religiös, eigentlich dürfte die Gefängnisdirektorin keine Arbeit haben.
Am Montag holten wir die Motorräder aus dem Verlies und fuhren zuerst zum einzigen KTM – Händler in Ecuador. Peter wollte einen Ölwechsel machen und die Ventile einstellen lassen. Der Ölwechsel war schnell gemacht aber beim Ventil einstellen, hatte der Mechaniker eigene Vorstellungen. Es war Montag und offensichtlich wollte er nicht, er hielt einen Schraubenzieher an den Ventildeckel und horchte am Knauf. Seine Meinung war: Ventile passen, offensichtlich hat Peter bei seiner Lehrzeit als Mechaniker diesen Teil verschlafen, das war für ihn auch neu.
Nachdem wir das erledigt hatten, fuhren wir zum Honda – Händler, es war gerade Mittagszeit und dieser hatte Pause, so überbrückten wir die Zeit und ließen unsere Motorräder waschen. Pünktlich um 14 Uhr waren wir dann beim Honda-Händler, weil auch die Honda einen Ölwechsel benötigte. Die Werkstätte machte gleich einen professionelleren Eindruck. Sofort wurde die Honda auf eine Motorradhebebühne gebracht und der Mechaniker ging Profi mäßig ans Werk. (Unterschied siehe Fotos) Nach kurzer Zeit stand plötzlich das ganze Management von Honda Ecuador vor uns. Sie waren ganz begeistert, dass eine Frau auf einer Honda Transalp ein Jahr durch Südamerika reist. Sie luden uns noch zu einer kleinen Werksbesichtigung ein und präsentierten uns stolz das neue Nachfolgemodell Honda Transalp 700. Dann wurden noch Fotos mit Renate, der Honda und dem Management für die lokale Presse gemacht. Außerdem gab es noch kleine Geschenke wie Schlüsselanhänger und Kaffeetassen mit Hondalogo. Peter war nach diesem Empfang bei Honda total enttäuscht von KTM!
Dienstag verließen wir Cuenca, wir hatten genug von Großstädten und fuhren über wunderschöne, grüne Berge nach Loja. Davor legten wir noch einen kleinen Zwischenstopp in Saraguro ein. Hier sahen wir die Saraguroindigena in ihren ursprünglichen.
Vilcabamba, ein Tipp von Maja und Aurelio, eine kleine Ortschaft vor der peruanischen Grenze, wo die Leute angeblich sehr alt werden, da sie hier keinen Stress haben. Wir verbrachten noch ein paar Tage in einer schönen Hosteria, die einen unglaublichen Ausblick auf die Berge hat. So ließen wir uns auch von dem ruhigen Treiben hier anstecken und genossen noch vier stressfreie Tage.
Hier geht’s wieder zu den Fotos
Quito – Galapagos (03.07. – 11.07.2010)
Vom Regenwald zurück in Quito besuchten wir noch mit Dominik das nahegelegene Mitad del Mundo. Ca. 20 km außerhalb von Quito wurde ein Monument an der Äquatorlinie erbaut. Kurioserweise bemerkte man erst seit es GPS gibt, dass das Monument gar nicht am Äquator liegt, die richtige Linie verläuft ca. 240 m daneben. Wir besuchten natürlich beide Orte, wobei uns der, mit der angeblich richtigen Position der Linie besser gefiel. Leider hatte Peter das GPS in Puerto Lopez gelassen, sonst hätten wir die Richtigkeit überprüfen können.
Nach einem kurzen gemeinsamen Besuch der Altstadt von Quito beendete Dominik seinen Ecuadorurlaub. Montag den 5.7. fuhren wir schon um 6.00 Uhr früh zum Flughafen und verabschiedeten Dominik. Der Abschied fiel uns schwer, wir machten es kurz und schmerzlos, Dominik rief noch bis in 9 Monaten und weg war er.
Pünktlich um 9.20 Uhr hob das Flugzeug Richtung Heimat ab.
Uns blieben noch 2 Tage in Quito, bevor wir selbst nach Galapagos weiterflogen. Quito ist die Hauptstadt Ecuadors und liegt auf 2850 m. Mit ca. 1,5 Millionen Einwohner ist Quito die zweitgrößte Stadt des Landes. Die Altstadt gehört zum Weltkulturerbe und es hat sich hier einiges verändert. Als wir im Jahr 2000 hier waren, galt die Altstadt als sehr gefährlich, viele Gebäude wurden bis jetzt restauriert und mit massiver Polizeipräsenz ist sie relativ sicher geworden. (Schnauf, schnauf,…)
Galapagos
Wie erwähnt waren wir vor 10 Jahren schon einmal in Ecuador, damals hatten wir die Galapagosinseln ausgelassen, weil sie uns zu teuer waren. Eigentlich haben wir es die 10 Jahre immer wieder bereut. Deshalb war es diesmal klar, dass wir auf jeden Fall die Tour auf Galapagos machen.
Am Mittwoch früh flogen wir von Quito über Guayaquil nach Baltra (Galapagos). Am Flughafen wurden wir von unserem Reiseleiter empfangen, der uns nach einer einstündigen Busfahrt quer durch die Insel zu unserem Schiff namens Xavier III brachte. Nach einem kurzen Begrüssungscocktail und Vorstellung des Kapitäns und seiner Crew wurden die Kabinen zugeteilt. Wir waren eine kleine Gruppe von 13 Personen, bestehend aus Franzosen, Belgier, Irländer, Deutsche und uns.
Danach stand gleich der erste Landausflug zur Charles Darwinstation auf dem Programm. Dort bemühen sich ca. 300 Mitarbeiter um die Aufzucht von Schildkröten und von einheimischen Pflanzen. In dem kleinen Park konnten wir die Riesenschildkröten das erste Mal hautnah erleben. Darunter lebt auch Georg, der einzige seiner Gattung, wo man versucht mit 2 Damenschildkröten eine Fortpflanzung zu erreichen, jedoch George ist nicht interessiert. Es wurden schon mehrer Tricks angewannt um George zu zeigen wie es geht, aber er bleibt unbeeindruckt davon.
Bei hohem Wellengang fuhr das Schiff in der Nacht zur ersten Insel „Isla Plaza“. Der Magen von Renate spielte trotz Travelgum verrückt, was nicht an der hervorragenden Küche lag, sondern an den hohen Wellengang.
Nach dem Frühstück durften wir das erste Mal diese wunderbare, einzigartige Welt der Tiere betreten. Unvorstellbar die Tiere haben keine Scheu vor den Menschen, Leguane, Seelöwen, selbst Vögel bleiben ruhig an ihrem Platz. Man ist ihnen so nah, das man sie berühren könnte, was aber strengstens verboten ist, zu Recht!
Am Nachmittag ging es zum ersten Schnorchausflug auf einer anderen Insel namens Santa Fe. Da das Wasser nur 20 Grad hatte, zwängten wir uns in die Neoprenanzüge, damit wir die faszinierende Welt unter Wasser beobachten konnten. Das Schönste dabei war, dass die Seelöwen mit uns unter Wasser spielten. Sie kamen ganz nah an die Taucherbrille um kurz vorm Anstoss abzudrehen, unglaublich. Peter machte eine Rolle unter Wasser und der Seelöwe machte diese nach. Ebenso bekamen wir den ersten Hai zu Gesicht, ein Weißspitzenküstenhai. Im Gegensatz zu den verspielten Seelöwen konnten wir mit den ruhigen dahingleitenden, riesigen Wasserschildkröten mitschwimmen. Das erste Mal bereuten wir auf unserer Reise, dass wir keine Unterwasserkamera mit hatten.
Auf der Isla Espanola bekamen wir das lustige Schauspiel der Blaufußtöppel zu sehen, zur Paarung tanzen die Männchen von einem Bein am anderen, wie ein Rumpelstilzchen. Auch die großen Albatrosse, teilweise mit Jungen durften wir bestaunen, faszinierend war auch, wie der Galapagosadler sich einfach neben den Seelöwen setzte.
Nach fünf Tagen haben wir insgesamt sechs Inseln per Land und unter Wasser kennengelernt. Beeindruckt von der faszinierenden Tierwelt kam der letzte Tag viel zu schnell.
Auf dieser Tour lernten wir Alexandra und Mario aus Bayern kennen, die ebenfalls ein Jahr auf Reise sind wie wir. Wir verstanden uns von Beginn an sehr gut, trafen uns ein zweites Mal in Puerto Lopez, dort trennten sich unsere Wege. Die Beiden fliegen nach Asien weiter und wir wollen in den Süden Ecuadors weiter.
Wieder vergingen, wie beim letzten Mal im Regenwald, die 5 Tage viel zu schnell, am Sonntag mußten wir Abschied nehmen von den Galapagosinseln. Für uns ein unvergeßliches Erlebnis und ein Höhepunkt auf unserer Reise durch Südamerika. Hier überzeugt euch selbst...
Otavalo - Regenwald (24.06. – 03.07.2010)
Von Puerto Lopez fuhren wir 10 Stunden mit dem Nachtbus bzw. mit einem fahrenden Tiefkühlschrank, denn der Busfahrer glaubte uns frisch und tiefgekühlt nach Quito (2850 m) bringen zu müssen. Um 5.00 Uhr früh lud er uns auf menschleeren Straßen aus. Ein Taxifahrer brachte uns in ein Lokal, dass 24 Stunden offen hatte. Dort warteten wir unter betrunkenen, Karten spielenden, zwielichtigen Typen bis es endlich 9.00 Uhr wurde und das Reisebüro öffnete. Wir mussten hier unsere Unterlagen für die Regenwaldtour holen.
Ziemlich müde ging es mit dem nächsten Bus nach Otavalo (2530 m) mit einem Busfahrer, der glaubte höchstpersönlich Michael Schuhmacher zu sein. Peter sehnte sich nach diesen vielen Busstunden wieder nach seinem Motorrad.
Otavalo ist berühmt für den wöchentlichen Samstagmarkt, der jährlich viele tausende Toruisten anlockt. Wir waren vor 10 Jahren schon einmal hier, trotzdem hat der größte Indiomarkt Ecuadors noch immer seine Reize, die Farbenpracht des Marktes und die Indios mit ihrer traditionellen Kleidung. Wir machten noch kleinere Ausflüge in der Umgebung bevor es Sonntag Abend zurück nach Quito ging.
Von dort fuhren wir mit einem Nachtbus nach Lago Agrio an der kolumbianischen Grenze zum Ausgangspunkt unserer Kanutour in das Cuyabeno Naturreservat. Ausgerüstet mit Gummistiefel, Regenponcho, Schwimmweste und wasserdichten Säcken für Kleidung, Fotokamera und Verpflegung für 5 Tage startete unsere Kanufahrt. Jedes Boot wurde besetzt mit 2 Touristen und einen Indio, welcher das Kanu steuerte, paddeln durften die Touris.
Insgesamt waren wir 5 Kanus, Peter, Dominik und Diego (unser Naturguide) besetzten ein Kanu. Kaum eine halbe Stunde den Fluß hinunter gepaddelt, versenkten Dominik, Peter und der Guide das Boot. Vor ihnen tauchte eine herunterhängende, stachelige Liane auf, die sie zu spät sahen und blöderweise sich alle Drei zum Ausweichen instinktiv auf die rechte Seite lehnten. Das war`s! Renate sah von ihrem Kanu aus, wie sie in Zeitlupe ins Wasser kippten. Es war Schwerarbeit das umgekippte Kanu voll angelaufen mit Wasser wieder zu wenden und völlig auszuschöpfen. Inzwischen hielten sich die Drei auf einem in den Fluß umgestürzten Baumstamm fest.
Mit allen ihren Sachen, die aus dem Wasser gefischt wurden, vorallem den Sack mit der Kamera, saßen die Drei völlig durchnässt wieder in ihrem Kanu. (Glück für die Leser unserer Homepage, die Kamera ist trocken geblieben, der wasserdichte Sack hat sich bewert). Abenteuer pur!
Bis zum ersten Nachtlager paddelten wir noch 12 km flußabwärts, dieses fand in Zelten mitten im Regenwald statt. Dusche war der Fluss und zum WC gings in den Dschungel. Mit einer kleinen Nachtwanderung, wo wir gleich auf eine Vogelspinne trafen, endete der erste Tag der Tour.
Nächsten Morgen paddelten wir weitere 12 km bis zu unserer Lodge, die sehr einfach war, aber wunderschön an einem Fluß lag, an dem man manchmal rosa Flussdelfine beobachten konnte.
Die nächsten 3 Tage verbrachten wir mit Wanderungen durch den Regenwald, dabei sahen wir Vögel, Affen und Schlangen, ebenso stand am Programm Piranhas fischen und Beobachtung von Kaimanen. Leider fehlen uns auch hier wieder die Worte um das Leben, die Farben und die Geräusche im Regenwald zu beschreiben. Es ist einfach faszinierend, wie hier die Ureinwohner im Einklang mit der Natur leben und Kinder ohne Computer, Fernseher oder Gameboy aufwachsen.
Nach diesen Tagen im Cuyabenareservat ist es für uns von noch größerer Bedeutung, dass diese Kulturen und der Regenwald geschützt werden müssen. Vielleicht helfen ein paar Bilder.
Guayaquil – Puerto Lopez (18.6. – 23.6.2010)
Mit dem Bus fuhren wir am 18. von Puerto Lopez nach Guayaquil um unseren Sohn vom Flughafen zu holen. Er wird die nächsten 2 Wochen mit uns und dem Bus durch Ecuador reisen.
Wir hatten noch einen Tag Zeit und den nutzten wir zu einer Stadtbesichtigung. Von Einheimischen und anderen Touristen wurden wir ausdrücklich gewarnt vor Diebstahl und Kriminalität. Die Stadt ist schwül und heiß und bietet nicht viele Highlights außer am Ufer des Rio Guayas die neu erbaute 2,5 km lange Uferpromenade Malekon genannt. Unzählige Lokale, Geschäfte und nette Sitzgelegenheiten säumen diese Promenade. Am nördlichen Ende des Malekon befinden sich noch zwei historische Viertel Las Penas und Zerro Santa Ana. Zum Zerro Santa Ana schlängelt sich eine Treppe Hügel aufwärts durch bunt bemalte Häuser zu einem Leuchtturm, genau gesagt sind es 444 Treppen. Von diesem aus hat man einen schönen Ausblick auf die ganze Stadt.
Am nächsten Morgen um 6.00 Uhr landetete unser Sohn auf den wir uns schon sehr freuten. Fast hätten wir ihn am Flughafen nicht wieder erkannt, er hatte sich die Haare kurz schneiden lassen.
Auf den Weg zurück nach Puerto Lopez trennten uns noch vier Stunden anstrengende Fahrt in einem total überfüllten Bus von unseren kleinen Paradies – Hosteria Mandala.
Wir hatten uns viel zu erzählen, die Zeitumstellung machte Dominik etwas zu schaffen, so war der Tag schnell vorbei.
Nächsten Tag stand Chillen am Programm ( neuzeitlicher Ausdruck der Jugendlichen und bedeutet:Chillen ist die höchste Kunst des Nichts Tuns ohne sich zu langweilen.) Aha!
Tags darauf stand das große Highlight „Walbesichtigung“ auf dem Programm. Jedes Jahr von Juni bis September finden sich die Buckelwale von der Antarktis kommend hier vor der Küste Puerto Lopez zur Paarung ein. Buckelwale auf spanisch „Balena Jorbada“ erreichen eine Länge von 15 bis 18 Meter und wiegen 25 – 30 Tonnen. Mit einem Ausflugsboot ging es zu einer vier stündigen Besichtigungstour auf das Meer raus. Nach kurzer Zeit erblickten wir schon die ersten Wale. Ein überaus faszinierendes Naturschauspiel, welches man nicht jeden Tag zu sehen bekommt. Es fällt uns leider schwer dies in Worte zu fassen, wenn diese riesigen Tiere neben dem Boot auftauchen. Wir versuchten dies in einem kurzen Video und unzähligen Fotos, die leider die Homepage sprengen würden, festzuhalten. Seht selbst!
Ich weiß nur, dass ich nichts weiß!
Puerto López (07.06. – 17.06.2010)
Die Reise in Ecuador beginnt mit einer Tankstellensuche, da Renates Motorrad wieder Durst hatte. Nach einigen Versuchen fanden wir noch rechtzeitig eine Tankstelle. Wahrscheinlich haben wir das Spritpreisparadies entdeckt, der Liter Super ca. 45 Cent.
Hier trennten unsere Wege sich, Michi und Conny wollen weiter nach Kolumbien und wir an die Küste Ecuador um auf Dominik zu warten.
Schlagartig änderte sich auch die Vegetation, Bananenplantagen und üpiges Grün begleiteten uns auf dem Weg nach Puerto Lopez.
Ein kleines Hindernis stellte sich uns in den Weg namens Guayaquill, die größte Stadt Ecuadors. Wieder einmal umgeben von wahnsinnig gewordenen Taxifahrern, Busfahrern, Autofahrern und anderen Vehikeln schafften wir den Weg an die Küste.
Wir haben im Internet die „Hosteria Mandala“ gefunden, die wir als Standort für die nächsten Wochen in Ecuador wählten.
Wir hatten hier 10 Tage Zeit bis unser Sohn ankommt in Guayaquil und die verbrachten wir in dem kleinen ParadiesPuerto Lopez mit Spanisch lernen. Uns wurde der beste Lehrer von Südamerika empfohlen – Freddy! Es war eine ganz tolle Zeit mit viel spanischlernen und kennen lernen von Kultur und Bevölkerung und dessen neuen Präsidenten. Muchas gracias, Freddy.
Außerdem bereiten wir uns für die nächste Geschichte vor, denn hier gibt es von Mitte Juni bis August Buckelwale "Ballenas jorobadas" zu sehen.
SÜDAMERIKA 2010