beim Iguazú

Von Salta bis Iguazú! (6.1.2011 – 14.1.2011)

 

Nach der letzten nebeligen, regnerischen Andenüberquerung beschlossen wir in Salta eine Routenänderung. Anstatt in den Süden von Argentinien und Chile zu reisen, drehen wir uns Richtung Osten um an die Küste von Brasilien zu kommen.

Da wir auch von zuhause mehrere kalte Temperaturansagen mit bekamen, und wir jetzt 8 Monate Großteils durch die Anden fuhren, wollten wir in die Wärme, Sonne, Strand und Meer.

Am Weg nach Brasilien konnten wir noch zwei große Highlights in Argentinien besuchen, die Jesuiten-Reduktion San Ignacio Miní und anschließend das beeindruckende Naturwunder die Wasserfälle von Iguazú.

Schon 100 km nach Salta bekamen wir zum ersten Mal die Wärme und die hohe Luftfeuchtigkeit zu spüren. Wir fuhren mit geöffneten Jacken, damit der Fahrtwind angenehm durchblies, denn die Temperaturen stiegen über 30 Grad.

Zur Schonung unserer Reisekassa campten wir nur mehr, dabei hatten wir immer nette Erlebnisse. Ein Campingplatz, der uns sehr gut gefiel, wo wir von vielen frei lebenden Tieren umgeben waren, wie Hühner, Gänsen, Enten, Schlangen, Wasserschildkröten. Eines Nachts besuchte uns eine Rinderherde, die von Hunden gejagt wurde. Es war ein unheimliches Gefühl, vom Zelt raus zu sehen, als die riesigen Rinder ganz knapp vorbei trampelten. Renate hatte Sorge, dass sie das Zelt nicht niederrannten und Peters Sorge galt den Motorrädern!  

An einem anderen Platz, der zwar als Campingplatz ausgeschildert war, jedoch schien es eher eine Partyzone für 3000 Jugendliche zu sein. Mitten in der Anlage ein großer Pool, wo sich die Hälfte der anwesenden Menschen drängten, schwimmen war nicht möglich. An der Eintrittskassa erklärte man uns, das es nicht wirklich ein offizieller Campingplatz sei, doch die Besitzer waren so begeistert, dass wir aus Österreich kamen und erlaubten uns hier zu bleiben, da der nächste Tag ein Ruhetag war. So hatten wir 2 Tage 4000 m² und ein Swimmingpool für uns alleine.

Danach besuchten wir die Jesuiten-Reduktion San Ignacio Miní, sie ist eine der bedeutendsten historischen Sehenswürdigkeiten von Argentinien. Man kann hier noch sehr gut die Struktur der Jesuitensiedlung erkennen. Die Guaraniindianer und die Jesuitenpater gründeten hier ihre neue Reduktion. 1715 stand sie in ihrer Hochblüte und es lebten 4000 Menschen auf einer Fläche von ca. 10 ha.

Nach dem 1767 die Jesuiten aus den spanischen Hoheitsgebieten ausgewiesen worden war, verfiel die Siedlung rasch und wurde erst 1941 mit der Freilegung und Restaurierung begonnen. Das schönste Gebäude war die Kirche, selbst die Ruine lässt noch die Größe erahnen.

Das nächste Ziel war Puerto Iguazú, wo Renate die große Chance hatte, die riesigen Wasserfälle auch zu sehen. Es war für sie ein berührendes und unglaubliches Erlebnis, wie die großen Wassermaßen hier bis zu 70 m in die Tiefe stürzten. Dabei wurden wir völlig nass, so hoch war die Gischt, jedoch bei einer Temperatur von 35 Grad, war es sogar angenehm. Genaueres berichteten wir schon bei einem früheren Eintrag!

Am Campingplatz von Puerto Iguazú lernten wir Bill kennen, der mit einem Wohnmobil unterwegs ist. Er ist Bayer und fiel uns sofort auf, weil er auf seinem Wohnmobilfenster in 5 Sprachen stehen hat: „Bin schon ausgeraubt“. Er war seit 10 Jahren unterwegs von Alaska nach Feuerland und schrieb über seine Erlebnisse ein Buch: Goldtaucher und Globetrotter - In 10 Jahren mit dem Wohnmobil von den Goldflüssen Alaskas zur Walforschungsstation auf Feuerland – von Willi Diet bzw. Bavarian Bill, Fouqué Literaturverlag. Für uns war es eine weitere tolle Begegnung und eine Bestätigung, dass man sein Leben auch so gestalten kann.

Der nächste Bericht kommt von Sonne, Strand und Meer, wo wir gerade „Urlaub“ machen.

Zu unseren Fotos von Ignacio und Iguazú…