Nasca und Paracas (11.05. – 17.05.2010)
Weil es uns in Arequipa sehr gut gefiel, entschlossen wir uns noch 2 Tage länger zu bleiben. Es lagen 600 km vor uns, die Großteils dem Meer entlang gingen. Auch der kalte Humboldtstrom machte sich mit Nebel an der Küste bemerkbar. Wir machten noch einen Zwischenstopp in Camana, wo wir in einem „mistigen“ Hotel übernachteten. In der Früh flüchteten wir schnell aus dem Hostal hinaus zurück auf die Panamericana. In Nasca angekommen, suchten wir wie immer ein Schlafzimmer für unsere Motorräder, an Aufsehen fehlte es uns nicht, schnell hatten wir eines. Genauso rasch hatten wir einen Flug für den nächsten Tag über die berühmten Geoglyphen von Nasca. Diese wurden von der Deutschen Mathematikerin und Geographin Dr. Maria Reiche erforscht und zu ihrem Lebenswerk. Nach wie vor ist nicht geklärt wie diese Geoglyphen angelegt wurden und welche Bedeutung sie genau haben. Von Dr. Paul Kosok wurden die Nasca-Geoglyphen als „größtes Astronomie Buch der Welt“ bezeichnet. Sie erstrecken sich auf einer Fläche von etwa 700qkm. Maria Reiche stellte die Theorie auf, dass sie von den Paracas- und Nascakulturen von 900 v.Chr. bis 600 n. Chr. angelegt wurden. Die Figuren sind zwischen 25 und fast 200 m lang, daher die einzige Möglichkeit sie per Flug zu besichtigen. Mit 2 Piloten (weil erst vor ein paar Wochen ein Flugzeug abstürzte) und mit einer Cessna flogen wir ohne Frühstück (was auch gut war, zumindest für Renate) die einzelnen Figuren ab. Von oben war es ein beeindruckender und faszinierender Anblick. Man stellt sich die Frage wie haben die Menschen das damals geschafft?
Nach dem Frühstück besichtigten wir noch dem Friedhof von Chauchilla. Es ist ein Gräberfeld aus der Präinkazeit. Knochen, Schädel und Textilfetzen, liegen in den freigelegte Grabkammern. Da es hier kaum Niederschlag gibt, blieben die Haare und Kleider über die lange Zeit in einem so guten Zustand.
Einen Tag später verließen wir Nasca um wieder auf der Panamerikaner weiter Richtung Norden zu fahren. Nach ca. 15 km hielten wir noch bei einem Aussichtsturm, wo wir nochmals 2 Geoglyphen bestaunen konnten. Nach 230 km erreichten wir die Stadt Pisco, die uns mit einem Sandsturm empfing. Der Name Pisco ist Synonym für den Traubenschnaps, Hauptbestandteil des peruanischen Nationalgetränks Pisco Sour. Statt in den meist verkehrsreichen Städten umherzuirren und nach einem Quartier zu suchen, versuchten wir unsere Strategie zur Hotelsuche zu ändern. Wir fuhren direkt auf den Hauptplatz der Stadt, der immer relativ leicht zu finden ist, stellten die Motorräder ab und warteten. Nach kurzer Zeit tauchte eine nette Frau auf, um uns ein Hotel anzubieten. Hurra die Strategie funktioniert, innerhalb von ein paar Minuten hatten wir ein Hostal. Natürlich werden auch gleich Ausflüge angeboten. So sind wir um eine Touri Attraktion reicher, wir fuhren am nächsten Morgen mit dem Bus zur Halbinsel Paracas. Von dort ging es mit dem Boot zu den Islas Ballestas, wo tausende Vögel beheimatet sind, sowie die berühmten Humboltspinguine und Seelöwen. Hier wird der übelriechende Guano (Vogelkot) abgebaut, der wertvollste natürlichste Dünger der Erde. Danach ging es zur Erkundung der Halbinsel Paracas, und den wunderschönen Aussichtspunkt La Catedral. Wind und Meer hatten die sehenswerten Felsformationen entstehen lassen. Jedoch nach einem Erdbeben im August 2007 brach ein Teil der Felsbrücke ein. Peter hatte sie vor fünf Jahren noch ganz gesehen. In einem gemütlichen Fischrestaurant genossen wir Langusten und Thunfischsteak als Abschluss unseres Ausflugs.
SÜDAMERIKA 2010