Otavalo - Regenwald (24.06. – 03.07.2010)

 

Von Puerto Lopez fuhren wir 10 Stunden mit dem Nachtbus bzw. mit einem fahrenden Tiefkühlschrank, denn der Busfahrer glaubte uns frisch und tiefgekühlt nach Quito (2850 m) bringen zu müssen. Um 5.00 Uhr früh lud er uns auf menschleeren Straßen aus. Ein Taxifahrer brachte uns in ein Lokal, dass 24 Stunden offen hatte. Dort warteten wir unter betrunkenen, Karten spielenden, zwielichtigen Typen bis es endlich 9.00 Uhr wurde und das Reisebüro öffnete. Wir mussten hier unsere Unterlagen für die Regenwaldtour holen.

Ziemlich müde ging es mit dem nächsten Bus nach Otavalo (2530 m) mit einem Busfahrer, der glaubte höchstpersönlich Michael Schuhmacher zu sein. Peter sehnte sich nach diesen vielen Busstunden wieder nach seinem Motorrad.  

Otavalo ist berühmt für den wöchentlichen Samstagmarkt, der jährlich viele tausende Toruisten anlockt. Wir waren vor 10 Jahren schon einmal hier, trotzdem hat der größte Indiomarkt Ecuadors noch immer seine Reize, die Farbenpracht des Marktes und die Indios mit ihrer traditionellen Kleidung. Wir machten noch kleinere Ausflüge in der Umgebung bevor es Sonntag Abend zurück nach Quito ging.

Von dort fuhren wir mit einem Nachtbus nach Lago Agrio an der kolumbianischen Grenze zum Ausgangspunkt unserer Kanutour in das Cuyabeno Naturreservat. Ausgerüstet mit Gummistiefel, Regenponcho, Schwimmweste und wasserdichten Säcken für Kleidung, Fotokamera und Verpflegung für 5 Tage startete unsere Kanufahrt. Jedes Boot wurde besetzt mit 2 Touristen und einen Indio, welcher das Kanu steuerte, paddeln durften die Touris.

Insgesamt waren wir 5 Kanus, Peter, Dominik und Diego (unser Naturguide) besetzten ein Kanu.  Kaum eine halbe Stunde den Fluß hinunter gepaddelt, versenkten Dominik, Peter und der Guide das Boot. Vor ihnen tauchte eine herunterhängende, stachelige Liane auf, die sie zu spät sahen und blöderweise sich alle Drei zum Ausweichen instinktiv auf die rechte Seite lehnten. Das war`s! Renate sah von ihrem Kanu aus,  wie sie in Zeitlupe ins Wasser kippten. Es war Schwerarbeit das umgekippte Kanu voll angelaufen mit Wasser wieder zu wenden und völlig auszuschöpfen. Inzwischen hielten sich die Drei auf einem in den Fluß umgestürzten Baumstamm fest.

Mit allen ihren Sachen, die aus dem Wasser gefischt wurden, vorallem den Sack mit der Kamera, saßen die Drei völlig durchnässt  wieder in ihrem Kanu. (Glück für die Leser unserer Homepage, die Kamera ist trocken geblieben, der wasserdichte Sack hat sich bewert).  Abenteuer pur!

Bis zum ersten Nachtlager paddelten wir noch 12 km flußabwärts, dieses fand in Zelten mitten im Regenwald statt. Dusche war der Fluss und zum WC gings in den Dschungel. Mit einer kleinen Nachtwanderung, wo wir gleich auf eine Vogelspinne trafen, endete der erste Tag der Tour.

Nächsten Morgen paddelten wir weitere 12 km bis zu unserer Lodge, die sehr einfach war, aber wunderschön an einem Fluß lag, an dem man manchmal rosa Flussdelfine beobachten konnte.

Die nächsten 3 Tage verbrachten wir mit Wanderungen durch den Regenwald, dabei  sahen wir Vögel, Affen und Schlangen, ebenso stand am Programm Piranhas fischen und Beobachtung von Kaimanen. Leider fehlen uns auch hier wieder die Worte um das Leben, die Farben und die Geräusche im Regenwald zu beschreiben.  Es ist einfach faszinierend,  wie hier die Ureinwohner im Einklang mit der Natur leben und Kinder ohne Computer, Fernseher oder Gameboy aufwachsen. 

Nach diesen Tagen im Cuyabenareservat ist es für uns von noch größerer Bedeutung, dass diese Kulturen und der Regenwald geschützt werden müssen. Vielleicht helfen ein paar Bilder.