Salar de Uyuni

La Paz-Potosi-Salar de Uyuni ( 11.10. – 22.10.2010 )


Am Montag hat es endlich aufgehört zum Regnen, es ist zwar noch ziemlich bewölkt, trotzdem nahm ich die nächste Hürde  und fuhr bis Oruro.  Die Stadt hat nichts besonderes und ich wollte nächsten Tag gleich weiterfahren, leider hörte ich in der Nacht Regen aufs Dach klopfen. Am Morgen war an ein Fahren nicht zu denken, es regnete und gegen Abend wurde er immer stärker, so dass es sogar zu Überflutungen kam. Das Kanalsystem schaffte die Regenmengen nicht mehr, kurzzeitig fiel sogar Schnee. Aber das Warten hatte sich gelohnt, nächsten Tag lacht die Sonne vom Himmel, aber es war sehr kalt.

Die nächsten 320 km führten mich durch das Altiplano nach Potosí. Potosí liegt auf 4070m Seehöhe und ist somit die höchstgelegene Großstadt der Welt. Sie liegt am Fuß des Berges Cerro Rico, dessen Silberreichtum Potosí im frühen 17. Jahrhundert zu einer der größten Städte der Welt machte und von dessen Silber- und Zinnvorkommen die Stadt noch heute abhängig ist.

Ich blieb nur eine Nacht, denn das eigentliche Ziel war der Salar de Uyuni. Die 200 km nach Uyuni werden in den Reiseführern als sehr schlecht bezeichnet, man benötigt 7 – 8 Stunden für diese Strecke.  Mit dem Wissen fuhr ich aus der Stadt hinaus und sah nur Asphalt, dann kam eine kleine Mautstelle, die mir hier 10 Bolivianos abknöpften und meinten, dass die Straße gerade asphaltiert wird. Es sollen nur 4 Stunden bis nach Uyuni sein. Na ich werde sehen, ich genoss jeden Kilometer Asphalt und freute mich nach jeder Kurve, weiteren Asphalt zu sehen, aber es musste ja kommen, irgendwann war er dann aus der Asphalt und wich einer „grottenschechten Piste“. Durch gerüttelt schaffte ich es wirklich in 5 Stunden nach Uyuni. Dachte, ich bräuchte noch einen Kyropraktiker, der mir meine Knochen wieder zusammenstellen sollte.

Ich war schon sehr aufgeregt, denn der nächste Tag führte mich zu einem großen Highlight dieser Reise – den Salar de Uyuni. Zeitig in der Früh war ich schon aus den Federn, die Sonne schien und keine Wolke war am Himmel. Der Salar de Uyuni ist mit mehr als 10.000 km² der größte  Salzsee der Welt. Er liegt im Südwesten Boliviens auf einer Höhe von 3.653 m. Die Salzmenge des Salar de Uyuni wird auf ungefähr 10 Milliarden Tonnen geschätzt. Jährlich werden davon etwa 25.000 Tonnen abgebaut. In dem See, etwa 80 km von Uyuni entfernt, liegt die Insel Inca Huasi, die für ihre vielen bis ca. 20 m hohen und teilweise mehr als 1.200 Jahre alten Säulenkakteen bekannt ist.

Es hielt mich nichts mehr, vor mir lag das leuchtende weiße Meer, ich traf noch am Anfang des Sees einen Schweizer, der mit dem Fahrrad unterwegs war. Wir verabredeten uns, bei der Insel zu treffen um dort gemeinsam zu übernachten.

Es war unheimlich die ersten Kilometer, man sah nur WEISS und man kann sich an nichts orientieren. Irgendwo 60 km Richtung Westen sollte die Isla Inca Huasi liegen. Zum Glück gibt es GPS, danke den Erfindern!

Was jetzt folgte, übertraf alle meine bisherigen Erwartungen, es war unglaublich, die Stille, das Weiß, einfach traumhaft. Man konnte mit hundert Sachen über den harten Salzsee fahren, das einzige, auf was man achten musste, waren die sogenannten Ojos. Das sind Löcher im See unterschiedlich groß, wo man einbrechen konnte.

Nach 60 km traf ich dann wirklich auf die Isla. Es gab eine kleine Touristeninfo mit einem Restaurant auf der Insel. Ich fragte nach, ob es eine Übernachtungsmöglichkeit gab, eigentlich wollte ich das Zelt aufschlagen, aber als sie sagte um 2 Euro gab es ein Bett, zog ich das natürlich vor. Man wird ja auch älter! Gegen Nachmittag trafen dann auch der Schweizer und ein spanisches Pärchen, das ebenfalls mit den Rad unterwegs war, ein.

Die Insel wie erwähnt mit ihren riesigen Kakteen tat ihr übriges. Ich lief die Insel rauf und runter und war total aus dem Häuschen. Am Abend verzogen sich auch die anderen Touristen und es wurde ruhig und wir waren alleine mit 6 Einheimischen die auf der Insel leben.

Die Nacht wurde ziemlich kalt und ich war froh, so einen dicken Schlafsack zu haben. Ich blieb noch den ganzen Vormittag auf der Insel und konnte nicht genug bekommen. Die Zeit drängte aber leider, es wurde mittlerweile schon der 17. Oktober und ich musste ja spätestens am 21.10. in Chile sein um mein Motorrad abzustellen und nach Buenos Aires zu fliegen.

Es gäbe noch eine andere Strecke nach Oruro zurück, aber die ist mir schon von den Argentiniern, die ich an der bolivianischen Grenze getroffen hatte, als sehr extrem beschrieben worden. Da ich allein unterwegs war und ich meiner Frau versprochen hatte aufzupassen, nahm ich den Umweg von 300 km in Kauf.

Vorbei geht es an den höchsten Berg Boliviens den Sajama zur Grenze nach Chile. Ein sehr majestätischer Anblick, dieser erloschene Vulkan mit 6.542 m. Ich sah die ersten Flamingos auf der Reise, leider sind sie sehr scheu und nur mit dem Teleobjektiv zu erwischen.

Auf der Grenze gab es das nächste Problem, das mir die chilenische Zollbeamtin einen Stempel in meine Touristenkarte drückte, mit der Aufschrift, eingereist mit Fahrzeug. Das hat bisher noch niemand gemacht!

Ich rollte noch die nächsten 200 km hinunter Richtung Meer nach Arica um dort mein Motorrad zur Renates Bike zu stellen. Für die nächsten 8 Wochen musste sie leider ohne mich schlafen.

Meinen 44. Geburtstag verbrachte ich alleine ohne meine Familie, das erste Mal seit 21 Jahren. Ich genehmigte mir eine Flasche besten chilenischen Rotwein und feierte am Meer.

Nächsten Morgen fuhr ich noch einmal über die Grenze nach Peru um diesen blöden Stempel von meiner Touristenkarte zu bekommen. Ich wollte nicht am Flughafen stehen und Probleme deswegen haben, weil ich ein Fahrzeug mit hatte.

Ja, wie erwartet, gab es dann die Probleme auf der Grenze nach Peru. Es ließ sich dieses, mit viel Erklärung und vorstellig werden bei der Chefin des Zolls, lösen.

In Peru ging ich nach etlichen Jahren wieder einmal zum Frisör, für 5 Soles (das sind umgerechnet 1 Euro) kann man sich den Luxus schon mal leisten. Schau jetzt wieder besser aus?!

 

Renate aus Österreich:

Nach einem kleinen Rückfall, weil sie durch wochenlanges einseitiges Belasten, Rückenschmerzen bekommen hatte, ging es seit 18.10. bergauf, nach einem Besuch beim Univ. Doz. Dr. Harald Boszotta. Er hatte sie am 19.8. im Krankenhaus Eisenstadt erfolgreich operiert. Nach einer gründlichen Untersuchung von Renates Beins und einem ausführlichen Gespräch zur Operation und der erfolgreichen Trainingszeit danach, eröffnete er ihr, dass sie mit wenig Belastung beginnen darf. Das Ziel ist, dass sie ab 11.11. bereits ohne Krücken gehen könne.

Die Freude war riesengroß, weil das ein großer Schritt Richtung Südamerika ist.

Das viele konsequente Training  und die verschiedenen therapeutischen Settings in den vergangenen Wochen und die große Motivation und Disziplin haben dies möglich gemacht.

Laut der lieben und ganz persönlichen Physiotherapeutin Verena darf Renate sehr stolz auf sich sein! Renates körperlicher Zustand ist höchst erfreulich, ihre Reha ist bereits soweit fortgeschritten, dass sie mehr machen kann, als so manch anderer im vergleichbaren Zeitraum!  

 

Winziges Resümee zu Bolivien:

Rückwirkend möchte ich nur Kurzes zu Bolivien sagen. Es ist sicher das ärmste Land Lateinamerikas, aber eines der natürlichsten und mit einer unglaublichen Landschaft. Leider hatte ich viel zu wenig Zeit um dieses Land besser kennen zu lernen. Eigentlich war geplant, hier 2 Monate zu verbringen, so sind es nur 2 Wochen geworden. Ja, das Leben ist das was passiert!

Aber ich komme sicher mit Renate nochmals hier her. Die Leute waren zwar sehr zurückhaltend, aber sehr höflich.

 

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