Geysire el Tatio

Weihnachten, Silvester, San Pedro de Atacama bis Salta! (19.12.2010 - 5.1.2001)

 

Weihnachten in der warmen höchstgelegenen Badewanne zu verbringen, klappte nicht ganz so wie wir das geplant hatten. Wir fragten zuvor in San Pedro wie die Straße zu den Geysiren sei, weil unser Reiseführer die wildesten Geschichten darüber berichtete.

Dabei erzählte man uns auch hier Horrorgeschichten und riet uns sehr ab die Fahrt mit dem Motorrad zu machen. Einer sprach sogar von Toten usw…., das war genug und Renate traute sich die Straße nicht mehr fahren, sie fühlte sich zu unsicher mit dem erst verletzten Bein.

So buchten wir eine Tour mit dem Bus am 24.12. und waren so etwas von empört, weil es ging eine gut ausgebaute Schottertraße hoch zu den Geysiren, bloß die letzten 20 km waren etwas schlechtere Wellblechpiste. Anstatt nun alleine am Nachmittag in den warmen Quellen zu liegen, waren wir zeitig in der Früh hier und sahen mit einer Menge anderer Touristen das Schauspiel der Geysire el Tatio.

Zurück in San Pedro, setzen wir uns in ein Lokal und tranken ein Bier, dabei verflog Peters Ärger langsam über die falschen Informationen der Einheimischen über den Straßenzustand. Die Lust hier mit den vielen Leuten und den überhöhten Preisen Weihnachten zu feiern ist uns gründlich vergangen. Uns fiel es auch schwer bei Sonnenschein und 30 Grad zu einer wirklichen Weihnachtsstimmung zu kommen.

Wir besorgten uns am Markt noch Chorrizo, Käse, frisches Gemüse und natürlich guten Rotwein um am Campingplatz uns selbst ein gutes Weihnachtsessen zu zubereiten. In der Zwischenzeit traf ein nettes älteres Ehepaar aus Bayern mit einem Wohnmobil ein. Mit denen und unseren Zeltnachbarn Anja und Steffen verbrachten wir ein ruhiges, angenehmes Weihnachten.

Am 25.12. packte uns das Reisefieber wieder und wir fuhren weiter über den Paso de Jama nach Argentinien. Der Paso de Jama ist mit etwa 4200 m Höhe, einer der höchsten Andenpässe. Mehrfach überschreitet man hier den Wendekreis des Steinbocks, hier steht die Sonne am 21.12. absolut senkrecht am Himmel. Von San Pedro de Atacama geht es rasch auf 4825 m (wobei Renates Motorrad ordentlich an Leistung verlor), vorbei an den imposanten Vulkan Lincancabur mit fast 6000 m Höhe. Immer wieder fesseln uns die schimmernden Salars, sowie die grünen Lagunen mit einigen Flamingos und Vincunas, ebenso sahen wir die Moais de Tara – bis zu 30 m Hohe völlig freistehende, vom Wind verwitterte Felsfinger. Kurz bevor wir den Pass runterkamen, begann Nieselregen und viel Nebel, so dass wir die tolle Landschaft auf der argentinischen Seite leider nicht sehen konnten. Müde kamen wir abends in dem Dorf Purmamarca an, wo wir eines der schönsten Quartiere seit langen fanden und uns gemütlich ausruhten.

Am nächsten Morgen waren die Wolken verschwunden und das ganze Tal zeigte uns seine herrliche Farbenpracht. Überragt wird der Ort vom Cerro de los Siete Colores – „den Berg der sieben Farben“. Wenn die Sonne vormittags den Berg bestrahlt ist das Farbenspiel beeindruckend. Die nächsten Tage verbrachten wir in der Quebrada de Humahuaca, hier war es wunderschön durch die Landschaft zu fahren, viele farbige Bergformationen begleiteten uns. 

Der Weg nach Salta führte uns über eine Spielzeugstraße (so wie Peter sie nannte, weil sie nur einspurig war und eine Mittelleitlinie hatte), durch einen wunderschönen Bergregenwald.

Salta, von allen liebevoll la Linda (die Schöne) genannt, verbrachten wir Silvester. Um 20.00 Uhr feierten wir das erste Mal mit Österreich, mit einigen SMS und einen Telefonat mit Renates Mama, dies war sehr rührend.

Das zweite Mal feierten wir um Mitternacht am Plaza unter einem kleinen Pavillon, da es zu regnen begann, mit einem Sandler, der es sich hier gemütlich gemacht hatte und erst durch die Raketenschüsse wach wurde.

Wir warteten in Salta noch auf den 4. Jänner, da hier ein großer Traum von Peter in Erfüllung ging, einmal die DAKAR live mit zu erleben. Wir fuhren an dem Tag 25 km Schotterpiste raus aus Salta, wo die Strecke verlief und fanden unter hunderten Menschen, die die Rallye auch mit erleben wollten, einen hervorragend Platz. Wir wurden von freundlichen Argentiniern gleich angesprochen und zum Essen und Trinken eingeladen. Die Argentinier sind begeisterte Motorsportfans und so wurden in den nächsten Stunden, die vorbeikommenden Fahrer der Dakar dementsprechend bejubelt. Es machte riesigen Spaß unter diesen Fans zu sitzen und das Spektakel mit zu erleben. Da wir schon von der 25 km Schotterpiste völlig paniert mit Staub waren, machte es uns nicht mehr viel aus, die Staubwolken der vorbeifahrenden Autos abzubekommen.

Am Rückweg nach Salta kamen wir noch an die Durchzugsstraße, wo die Lastwägen der DAKAR ihre Umfahrungsroute hatten. Die Straßen waren gesäumt von hunderten Zuschauern, die, als wir durchfuhren, uns heftig bejubelten, winkten und fotografierten. Im dem Augenblick hatten wir das Gefühl, selbst Teilnehmer der Rallye Dakar zu sein.

Wir hielten an und stellten uns zu der jubelnden Menge am Straßenrand um auch die LKWs live zu sehen. Hier  wurden wir wieder zur Attraktion und mussten mit mehreren Leuten und Kindern aufs Foto (wer fotografiert schon 2 verstaubte, verdreckte Motorradfahrer - motorsportbegeisterte, argentinische Fans). Für uns war es natürlich eine Ehre und Freude auf diversen Bildern verewigt zu sein.

VIVA  ARGENTINA!

 

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