Colonia del Sacramento
Zweitkleinstes Land Südamerika - Uruguay! (31.1.2011 – 12.2.2011)
Schon mit einem riesengroßen Schild „Bienvenidos Uruguay“ begrüßte uns dieses kleine Land.(ca. 3,500000 Mio. Einwohner) Chuy, die Grenzstadt zwischen Brasilien und Uruguay ist eine Freihandelszone mit hunderten Duty Free Shops und Luxusgeschäften. Die Grenze verläuft mitten durch die Stadt, wird nur durch eine breite Straße mit einen grünen Mittelstreifengetrennt, links Uruguay und rechts Brasilien. Die Grenzstationen sind jeweils ca. zwei km außerhalb der Stadt. Die Formalitäten sind rasch erledigt, schon allein deswegen, weil wir uns wieder verständigen können. Als wir aus dem Zollgebäude kommen, sehen wir einen Mann ganz aufgeregt bei unseren Motorrädern hin und her laufen. Wie sich herausstellte war es ein uruguayischer Fernsehreporter. Nach dem er uns gefragt hat, woher wir kommen, wohin wir wollen usw. wollte er mit uns ein Interview machen. Eine große Herausforderung auf Spanisch das Interview zu geben. Obwohl es im Moment nur 30 Grad hat, stieg bei Peter die Temperatur auf 50 Grad, jedoch Peter meisterte dies großartig. Renate bestätigte nur zwischendurch mit dem Wort „Si“, dass Peters Aussagen völlig richtig sind. So wurden wir noch nie begrüßt!
Nach dem Interview schwangen wir uns auf die Motorräder und begannen wieder eines unserer Abenteuer, Geld bzw. Bankomat zu suchen. Neues Land – neue Währung! Man muss sich das so vorstellen, in einer Ortschaft mit 9000 Einwohnern gibt es nur einen Bankomaten und dieser ist meistens irgendwo in einer Seitenstraße versteckt. Aber man findet ihn relativ leicht, man sucht eine Menschenschlange und dahinter versteckt er sich. In der Zwischenzeit, wo sich Renate zur Schlange gesellte und sich ebenfalls geduldig anstellte, musste Peter die hunderten von Fragen zu den Motorrädern und unserer Reise, der vorbeilaufenden Passanten beantworten. Mit Küsschen und Buen Suerte (Viel Glück) verabschiedeten sie sich wieder. Unser erster Eindruck von der Bevölkerung bestätigte sich auch in den nächsten 14 Tagen, sie sind die kontaktfreudigsten Menschen auf unserer Reise.
Wir fuhren weiter nach Punta del Diablo, ein Geheimtipp unter den Einheimischen. Peter traute schon bei der Einfahrt seinen Augen nicht, neben der Straße stand ein großes Schild mit einer Bierwerbung, wo Zillertal drauf stand. Nach langen Suchen fanden wir einen günstigen Bungalow und für Peter begann die Suche nach diesem Zillertaler-Bier um wieder auf normale Temperatur zu kommen. Punta del Diablo ist so ein richtiges Aussteigerdorf, wo es uns auf Anhieb sofort gefiel. Wir genossen hier vier wunderbare Tage am Strand und wenn uns der Vermieter nicht hinaus „geschmießen“ hätte, weil er für die Cabana schon eine Reservierung hatte, würden wir wahrscheinlich noch heute dort sitzen. Ja, oft hat man Pech im Leben.
Auf der Weiterfahrt der Küste entlang nach Montevideo besuchten wir noch das gut erhaltene Fort Santa Teresa. Es wurde 1762 von den Portugiesen gebaut zum Schutz gegen die Spanier. Später wendete sich aber das Blatt und es wurde dann gegen die Portugiesen verwendet. Die Festung mit ihren dicken Granitmauern thront uneinnehmbar auf einer kleinen Erhöhung. (Ist schon toll, denn der höchste Berg in Uruguay misst gerade 514m). Heute beherbergt das Fort auch ein kleines Museum.
In La Paloma fanden wir noch ein kleines Strandhäuschen, wo wir uns nach dem Besuch des Forts am Strand ausruhen mussten.
Nach drei Tagen brachen wir dann endgültig auf und verließen die Strände von Uruguay und fuhren Richtung Montevideo. Ein kleiner Zwischenstopp führte uns in den teuersten und exklusivsten Urlaubsort von ganz Südamerika – Punta del Este, zum Vergleich, es ist hier das südamerikanische Nizza oder Montecarlo. Ein Luxusgeschäft reiht sich nach dem anderen und die dazugehörige High Society brachte Peter nicht gerade in Hochstimmung. Wir verließen fluchtartig mit einer kleinen Pause von Renate diesen Ort.
Montevideo empfing uns zwar mit Nieselregen, trotzdem waren wir froh, gleich ein nettes Hotel im Zentrum mit Garage gefunden zu haben. Die Stadt ist einer der jüngsten Hauptstädte Südamerikas und hat 1,4 Millionen Einwohner und zählt zu den sichersten Städten hier. Montevideo besitzt ein kleines historisches Zentrum, wo es Peter wie einen Magneten Richtung Mercado del Puerto zog. Dieser ist einer der schönsten Orte der Altstadt, er erinnert mit der Stahlkonstruktion etwas an einen Bahnhof, aber darin befindet sich für Peter das „Paradies“. Riesengroße Griller mit allen möglichen Variationen gegrilltem Fleisch reihten sich aneinander. Dort stillte Peter seinen riesigen Fleischhunger der letzten 14 Tage und der einzige Grund warum er diesen wunderschönen Ort nach drei Stunden verließ war, dass ein AIDA –Schiff ankam und hunderten Passagieren plötzlich in den Mercado strömten.
Der letzte Stopp lag in der ca. 200 km westlich gelegenen, entfernten, ältesten Stadt (1680 gegründet) von Uruguay - Colonia del Sacramento, ist eines der beliebtesten Touristenziele.
Mit einem wunderschönen historischen Zentrum und dem vielen Oldtimern auf den Straßen hat die Stadt ein außergewöhnliches Flair. Man kann hier wunderbar durch die Stadt schlendern und fühlt sich um einige Jahrzehnte zurückversetzt. Im Hostel lernten wir noch einen lieben jungen Wiener Maximilian und einen deutschsprechenden netten Argentinier kennen. Leider hatten wir nur wenig Zeit für ein längeres Gespräch, da wir alle beim Aufbruch waren, sie nach Montevideo und wir nach Argentinien.
Ein kleines Resümee von 14 Tagen Uruguay:
Besonders gefiel uns:
- Unglaublich aufgeschlossene freundliche Menschen
- Zillertaler Bier
- Gute Parilladas (Grillrestaurants)
- Colonia del Sacramento
Weniger gefiel uns:
- Hohen Benzinpreise
SÜDAMERIKA 2010