Therme

Der lange Weg zurück – Argentinien! (13.2.2011 – 25.2.2011)

 

Argentinien hat uns wieder- ein Fluss trennt die beiden Länder Argentinien und Uruguay, der mit einer steilen Brücke überspannt ist. Bevor wir diese Brücke überqueren durften, nervten uns die Zollformularitäten noch ordentlich. Es ist Samstag und der Rückreiseverkehr nach Argentinien ist gewaltig. Als wir das schweißtreibend alles hinter uns gebracht hatten, führte der Weg schnurstracks in das nahegelegene Villa Elisa, wo es eine tolle Therme mit Campingplatz geben soll.

Abgekämpft standen wir vor dem Eingang der Therme und auf die Frage nach einem freien Campingplatz, gab es nur ein schnelles klares NEIN, alles voll. Super, OK Planänderung, wir nahmen uns ein Zimmer in der kleinen Stadt. Am nächsten Morgen brachen wir früh auf um zu einem nahegelegenen Nationalpark zu fahren. Beide Tanks waren leer, so machten wir uns zuerst auf Spritsuche. In dem kleinen Städtchen gab es vier Tankstellen, jedoch keine hatte ein Benzin. Auf die Frage, wann es wieder welches gibt, hieß es nur heute Vormittag. Wir stellten die Motorräder vor den Zapfsäulen ab, damit wir die ersten sind, wenn es wieder Sprit gibt. Uns blieb nichts anderes übrig, als in dem Tankstellenpub die Zeit tot zu schlagen. Beim Kaffee trinken erwischte uns noch ein lokaler Radioreporter, der nach einem kurzen Wohin und Woher, sofort eine Story witterte und uns gleich zu unserem zweiten Interview auf unserer Reise verhalf.

Um 11 Uhr kam endlich das erhoffte Benzin und wir konnten unsere Fahrt zum Nationalpark beginnen. Der Parque de Palmar wurde zum Schutz der Palmen errichtet, die bis zu 100 Jahren alt werden können.

Eine 20 km lange Schotterpiste bahnte sich den Weg durch die Palmenhaine direkt zum Grenzfluss, den Rio Uruguay. Wir verbrachten hier zwei wunderschöne Tage mit Wanderungen und Beobachtungen der Tierwelt im Park. In der Nacht hüpften zwischen den Zeltplätzen Vizcachas (Hasenmäuse) umher, tagsüber spazierten einige Leguane über den Platz und am Rio konnten wir ganz nahe mehrere  Capybaras beobachten. Hunderte Papageie flogen ständigst über unseren Köpfen mit lautem Geschrei vorbei. Nachdem das Toilettenwasser im Park ausging, versuchten wir nochmals in der Therme von Villa Elisa einen Platz zu bekommen.

Und siehe da, wir hatten Glück und bekamen ein schönes Plätzchen am Camping neben der Therme. Es machte uns großen Spaß in aller Früh alleine in dem 38° Wasser zu liegen, bevor die Tagesgäste kamen. Hier lernten wir auch unseren Campingnachbarn Fernando aus Buenos Aires kennen, der uns sehr viel über Argentinien erzählte und uns zeigte bzw. uns lernte wie man richtiges Asado zubereitet und grillt. Es war echt super, Peter musste Lehrling von Fernanado sein, alles genau beobachten und aufschreiben. Es hatte sich aber gelohnt, einfach eine Gaumenfreude diese Grillerei. Peter hatte viel gelernt und für uns war es eine Ehre Fernando kennengelernt zu haben.

Obwohl es uns schwer fiel, mussten wir nach einigen Tagen auch diesen schönen Platz verlassen. Wir fuhren auf der Ruta 14 Richtung Rosario, nach 30 km zerstörten sechs Polizisten unsere schönen positiven Eindrücke von Argentinien. Angeblich zu schnell gefahren oder 2 gelbe Sperrlinien überfahren? Sie waren sich nicht ganz einig, jedoch bei der Höhe der Strafe schon, sie wollten tatsächlich 800 Euro von uns. Wen wir jedoch gleich bezahlen nur mehr 600 Euro. Es dauerte fast eine Stunde bis wir mit 135 Euro weniger in der Brieftasche wieder weiter fahren durften.

Auf den nächsten 50 km wurden wir noch zweimal aufgehalten, wobei uns der letzte sogar ins Röhrchen blasen ließ (Alkoholkontrolle). Unglaublich aber wahr?!

Im Nachhinein fiel uns ein, warum uns hier jeder, selbst der Radioreporter gefragt hatte, ob wir keine Probleme mit der Polizei hätten. Wir wollten nur mehr so schnell wie möglich die Provinz Entre Rios verlassen.

Unser Weg führte weiter über San Luis nach Mendoza, wo wir in eine Gewitterfront kamen und innerhalb kürzester Zeit standen etliche Unterführungen in Mendoza meterhoch unter Wasser. Es war ein hartes Stück Arbeit durch diese Stadt zu kommen um unser Etappenziel Uspallata zu erreichen. Hier machten wir noch Pause um uns zu erholen von den vielen Kilometern, die wir herunter gespult hatten.  Hier lernten wir noch einen Wiener mit eigenem Jeep kennen, der schon sechs Jahre in Südamerika unterwegs war und nicht mehr nach Hause möchte. Peter verstand dies auf Anhieb. Am Campingplatz lernten wir ein nettes Pärchen aus dem Fürstentum Liechtenstein kennen, die mit ihrem Wohnmobil die ganze Welt bereist hatten.

So nahmen wir am 25. 2. endgültig Abschied von Argentinien, vorbei ging es am höchsten Berg von Südamerika den Aconcagua über den Bermejo-Pass nach Chile.

 

Ein Resümee über ca. drei Monate Argentinien:

 

Besonders gefiel uns:

  • sehr freundliche Leute
  • faszinierende Landschaften, die alle Stücke spielten
  • Tango
  • Buenos Aires
  •  Perrito Moreno
  • Dakar 2011
  • Wale auf der Halbinsel Valdez
  • Zusammentreffen am Ende der Welt
  • Asado und Rotwein
  • Wasserfälle von Iguazu

 

Weniger gefiel uns:

  • die korrupte Polizei auf der Ruta 14
  • viele Tankstellen ohne Benzin

 

zu den Fotos...